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CANCER BATS - Bears, Mayors, Scraps & Bones

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Artist CANCER BATS
Title Bears, Mayors, Scraps & Bones
Homepage CANCER BATS
Label ROADRUNNER
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Sechs knappe Jahre streifen die rotzigen CANCER BATS aus Ontario schon über den Globus, und nun scheinen sie endlich mal aus dem Status des bisher unbekannten Geheimtipps herauszuwachsen. Nicht nur die Ende letzten Jahres gespielten Shows mit BILLY TALENT und die kommende Headliner-Tour in Europa zeugen davon, auch der Plattendeal mit Roadrunner spricht für sich. Ohne Frage hat man damit adäquateste Voraussetzungen für einen gelungenen Drittling geschaffen, nur die Qualität der Umsetzung muss von den Kanadiern noch bewiesen werden.

Überzeugen soll die Hörerschaft das „bis dato lauteste und brutalste Werk“ der CANCER BATS. So sieht es Roadrunner zumindest, doch nach mehrmaligem Genuss der Scheibe entpuppt sich diese Einschätzung eher als nicht ganz ernstzunehmende Phrase, die abermals finanziellen Zwecken zu dienen scheint. Abwechslung ist auf „Bears, Mayors, Scraps & Bones“ das zentrale Manko, das sich auf ganzer Albumlänge erst nach und nach, dann aber immer deutlicher abzeichnet. Dem Versuch, die Brutalo-Keule noch aggressiver kreisen zu lassen, sind einige der Songs zum Opfer gefallen, und obwohl der Stil gefällt, stellt sich durch die immer wiederkehrenden, gleichförmigen Riffschlammassel Langeweile und eine gewisse Frustration ein. Dafür knallen aber die stärkeren Tracks umso intensiver und zeugen von echter Klasse. Von den Vorgängern schon bekannt sind die im Gerüst verwobenen Elemente aus Southern- und Stoner-Rock, die auch das neue Material maßgeblich gestalten. Hardcorige Midtempo-Wummen und verwegene Ami-Grooves sind das Ergebnis, und das kann sich bei kantigen Hits wie „Fake Gold“ und „Dead Wrong“ problemlos sehen lassen. Ein sonst nicht umbedingt herausragend agierender Liam Cormier kann neben den kratzigen Shouts auch seine verruchte Sangesstimme in Szene setzen, die vor allem beim heavy und DOWN-mäßig klingenden „Raised Right“ zur Geltung kommt. Zuletzt lässt auch der Track „Sabotage“ nochmal aufhorchen. Das BEASTIE BOYS-Cover ist definitiv eine coole Idee und dürfte sich jetzt schon einen Platz auf der Setlist gesichert haben. Wären die ganzen 45 Minuten auf dem selben Level wie diese vereinzelten Hardcore-Perlen, würde ich zu einem sofortigen Kauf anraten.

Somit bleibt am Ende ein solides bis stellenweise gutes Album, das den Stil der CANCER BATS logisch und in unbedenklicher Weise fortführt. Es zeigt, dass der Vierer schon jetzt im oberen Bereich der Newschool HC-Liga mitspielt, nur bedauerlicherweise kann es nicht auf kompletter Länge überzeugen. Trotzdem sollte man die Kanadier im Blickfeld behalten, und wer als Neuling frisches Blut geleckt hat, dem empfehle ich, auch den Vorgängern „Birthing The Giant“ und „Hail Destroyer“ seine Aufmerksamkeit zu schenken. Wenn man mit „Bears, Mayors, Scraps & Bones“ nicht schon den Punkt der Stagnation erreicht hat, wird man in dem Genre sicherlich noch einiges reißen können.

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