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CANDLEMASS - Chapter Six (Re-Release)

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Artist CANDLEMASS
Title Chapter Six (Re-Release)
Homepage CANDLEMASS
Label PEACEVILLE RECORDS
Leserbewertung
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Ein weiteres Re-Release mit getuntem Sound ist von der schwedischen Doom-Legende CANDLEMASS käuflich zu erwerben. „Chapter Six“ wurde ursprünglich 1992 veröffentlicht und ist – wie nicht schwer zu erraten – das sechste Album in der Diskographie. Diese Scheibe bedeutete in der Bandgeschichte einen mächtigen Einschnitt, war es doch die erste Platte nach der Trennung vom Aushängeschild der Band, dem Bühnenmönch Messiah Marcolin. Seinen Platz nahm Tomas Vikström ein, jedoch nur für diese Platte: Die Band konnte nicht an alte Erfolge anknüpfen und löste sich im Anschluss auf. Nicht nur in der Besetzung des Mikros gab es einschneidende Veränderungen. Auch der Sound des Fünfers kam recht anders daher, das Gaspedal wurde deutlich tiefer hinunter gedrückt. Aus den Doom-Göttern wurde eine Power Metal-Band. Diese Veränderung in Verbindung mit dem neuen Sänger war für viele Fans jedoch etwas mehr Veränderung, als sie sich gewünscht hätten, weswegen dieses Album dann auch gewaltig abschmierte. Auch Bandkopf Leif Edling beschreibt das Werk in den aktuellen Liner Notes eher als eine Art Unfall und verweist auf die schlechte Stimmung in der Band und seine mangelnde Inspiration zu dieser Zeit. Dabei fällt aber auch auf, dass die einzelnen Songs in seiner Kommentierung so schlecht nicht wegkommen, was bei dem sonst recht selbstkritischen Edling nicht immer der Fall ist.

Was also taugen die Songs, wenn man sie nun mit dem Abstand von über 15 Jahren und einer neuen Produktion betrachtet? Viel, soviel lässt sich leicht fest stellen, durchaus viel. Zunächst einmal ist die Arbeit Vikströms zu loben, der wirklich eine fantastische Leistung am Mikro abgeliefert hat und der streng genommen ein besserer Sänger als Marcolin ist. Seine Stimme ist kräftig, mit einem großen Umfang gesegnet und hat auch ordentlich Punch für die tieferen Passagen. Zudem singt er leidenschaftlich und präzise. Auch die Songs selbst sind durch die Bank sehr gut. Die Band ist – allen internen Zwistigkeiten zum Trotz – perfekt eingespielt und harmoniert (zumindest im Studio), es gibt sogar Songwriting Credits für Gitarrist Lars Johansson. Typisch für CANDLEMASS sind die wiederum sehr gut geglückten Refrains, seit jeher ein Trademark der Band. Dabei fallen insbesondere drei Stücke auf, die es verdient gehabt hätten, sich in die Klassikerreihe der Band einzureihen. Da ist zunächst der Opener „The Dying Illusion“, ein für die Verhältnisse der Schweden zwischendrin doch recht zügiger Song, der aber auch sehr langsame Passagen enthält und dadurch relativ dynamisch wirkt. Zudem wird er bereichert durch eine sehr schöne Keyboardlinie. Die endgültige Krönung ist jedoch der pathetische Chorus, der sich einreiht in die lange Liste großartiger und trauriger CANDLEMASS Refrains und der auch auf anderen Scheiben der Schweden ein echtes Highlight gewesen wäre. „Julie laughs no more“ erinnert dann an SAVATAGE zu ihrer „Edge of Thorns“ Zeit, ein Album das kurioserweise auch 1992 erschien, ein Schelm wer dabei Böses denkt. „Where the Runes still speak“ ist dann das zweite große Highlight. Getragen, langsam pathetisch. Schwere Gitarrenharmonien als perfekte Begleitung zu perfektem Gesang. Mystischer Text, der ebenfalls perfekt zu den Vocals passt. Dazu natürlich wieder ein großartiger Refrain, sehr catchy, sehr eingängig. Insgesamt eine Achteinhalb Minuten lange Komposition, die perfekt geglückt ist und zu keiner Sekunde langweilt, mithin der beste Song des Albums. Jedoch ist auch das nachfolgende „The Ebony Throne“ ein Höhepunkt. Obwohl viel einfacher gestrickt gefällt der Gegensatz zwischen dem simplen Riff der Strophe und dem getragenen, keyboardgestützten Chorus, der auch wieder butterweich ins Ohr zieht und sich dort als leichte Übung auch fest setzt. Dazu gibt es ein sehr schönes Gitarrensolo.

Trotz der Hervorhebungen sei nochmals betont, dass auch die restlichen Stücke durch die Bank gelungen sind. Zu bemäkeln gibt es höchstens die etwas holprigen Vocal Lines in „Aftermath“ sowie eine etwas zu groß geratene Gleichförmigkeit der einzelnen Lieder, was ein wenig Spannung nimmt. Insgesamt jedoch ein weiteres toller Release von CANDLEMASS, das völlig zurecht nochmals auf den Markt kommt. Es ist zu wünschen, dass der Erfolg diesmal größer ist, verdient wäre er auf JEDEN FALL!

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