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CANDLEMASS - Dactylis Glomerata (Re-Release)

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Artist CANDLEMASS
Title Dactylis Glomerata (Re-Release)
Homepage CANDLEMASS
Label PEACEVILLE RECORDS
Leserbewertung
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Nehmen wir das schmerzhafte Fazit mal vorweg: Bei dem vorliegenden Re-Release des 7. CANDLEMASS–Albums handelt es sich um die schlechteste CD aus dem Hause der Schweden. Dies liegt sicherlich unter anderem am völlig verzichtbaren und nervigen Instrumental „Cylinder“. Dann liegt es – wenn auch nur begrenzt – am neu eingewechselten Sänger Björn Flodkvist, der einen soliden Job verrichtet, jedoch beim vokalen Charisma nicht mit den anderen Sängern der Band mithalten kann. Hingegen hat der überragende Komponist Edling hier natürlich nicht plötzlich verlernt, wie man gute Songs schreibt. Nein, nach meinem Dafürhalten liegt der Hund eher woanders begraben. Dieses Album sollte nie unter dem Label CANDLEMASS erscheinen. Lediglich große Probleme von Leif Edling führten dazu, dass er dieses eigentlich 2. Album seiner Nachfolgeband ABSTRACT ALGEBRA unter dem altbewährten Qualitätssiegel veröffentlichte. Außer Edling findet sich hier kein Mitspieler aus den alten CANDLEMASS Tagen. Damit soll nicht gesagt sein, dass die neuen Sidekicks schlechte Arbeit abgeliefert hätten, Kenner schnalzen ja schon bei der Besetzung der Gitarre durch Mike Amott mit der Zunge. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass es schlicht eine andere Band mit anderer Chemie ist und dass man dies dem Album von der ersten bis zur letzten Sekunde leider auch anhört.

Hier spielt eine Band, die eigentlich keine Band ist und die nicht wirklich weiß, in welche Richtung sich diese Scheibe entwickeln soll. Diese Zerfahrenheit wird durch die überflüssigen und reichlich misslungenen „Bonus Tracks“ (hier kann man leider wieder einmal von echten Malus Tracks sprechen) „Container“ und „Thirst“ bestens dokumentiert. Den Kalauer, dass diese Songs wahlweise in den „Container“ gehören respektive „Thirst“ wecken, um sie zu vergessen, kann man sich hier kaum sparen. Auch die regulären Songs zeigen eine gehörige Orientierungslosigkeit und schwanken zwischen klassischem CANDLEMASS Zeux und einigem gewagten Material. Einige Passagen wecken deutliche Erinnerungen an den damals noch schwer angesagten Stoner-Doom, mit dem Bands wie die SPIRITUAL BEGGARS (ja auch mit Amott), ORANGE GOBLIN, NEBULA und viele mehr zu reüssieren versuchten. Trotz der unzweifelhaft sehr kongruenten Wurzeln ist der Unterschied dieser Musik zum CANDLEMASS’schen Epic Doom in der Stimmung doch ein gewaltiger und es gelingt auch den Schweden nicht, hier eine Brücke zu schlagen, die entsprechenden Songs wirken leider schlicht unausgereift.

Zu guter Letzt soll jedoch auch Positives über dieses Re-Release gesagt werden, Dinge, die vielleicht für eine Kaufentscheidung sprechen: Der „neue“ Sound rockt wirklich gut, hier ist die Scheibe absolut auf dem Stand unserer Tage. Zudem ist die CD für CANDLEMASS–Komplettisten so oder so nicht verzichtbar. Es soll auch nicht verschwiegen werden, dass die Titel gemessen am Standard der Szene immer noch im durchschnittlichen Bereich landen, einige sind sogar ganz gute Treffer, ich nenne mal das 2. Stück als Beispiel: „I still see the Black“ ist ein traditioneller Stampfer, wie man es noch am ehesten von den Schweden gewohnt ist, auch eines der wenigen Stücke mit einem wirklich guten Chorus. Am Ende bleibt es also bei euch als Lesern, ob die Kohle auch für eher durchschnittliche Alben reicht. Ich würde jedoch sagen, „Dactylis Glomerata“ gehört nur in den Schrank der ganz überzeugten CANDLEMASS–Jünger!

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