Band Filter

CANDLEMASS - From The 13th Sun (Re-Release)

VN:F [1.9.22_1171]
Artist CANDLEMASS
Title From The 13th Sun (Re-Release)
Homepage CANDLEMASS
Label PEACEVILLE RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Ein nahezu unbekanntes Album (auch mir übrigens) der schwedischen Doom Legende CANDLEMASS ist “From the 13th Sun“ aus dem Jahr 1998, als die Band schon längst aus dem Fokus der Metal Öffentlichkeit verschwunden war und keiner wohl auch nur eine Lehman Brothers Aktie auf das formidable Comeback der Epic Doomer gesetzt hätte. Davon war man hier aber noch weit entfernt und so ging diese Platte im Wust der zahllosen überflüssigen 90er Veröffentlichungen mehr oder weniger unbeachtet unter. Dies liegt neben der mäßigen Qualität des Vorgängers wohl auch sehr daran, dass die Schweden von dem Sound, mit dem sie bekannt wurden, hier recht weit entfernt sind. Dies hat zugegebenermaßen auch mich anfänglich verschreckt. Wer diese CD auflegt, bekommt keinen tieftraurigen Epic Doom zu hören wie zu den Sängertagen eines Messiah Marcolin. Hier regiert der pechschwarze, knochentrockene Doom eines eingetragenen BLACK SABBATH Fan Clubs, natürlich der kultigen Ozzy Phase abgepaust. So sehr ja auch stets bekannt war, dass Leif Edling als Hauptkomponist der Band ein großer Fan der Band um Tony Iommi ist und war, so sehr muss es doch auch befremden, dass er, der mit seiner Band ja selbst einiges zum Klassiker Fundus unserer Szene beigetragen hat, plötzlich sich darauf beschränkt, Epigone einer anderen großen Band zu sein.

Erst wenn man dies akzeptiert hat – und das ist ja weiß Gott kein Muss – kann sich einem dieses Album in seiner Tiefe und auch in seiner Qualität erschließen. Und diese Qualität ist da! Insbesondere „Tot“, der beste Song des Albums kann mich sehr begeistern und wird von Edling in den Linernotes sehr gut und einprägsam beschrieben: „I Love the song „Tot“! Björn Flodquist sings it with such Feeling! And of course it’s an Hommage to BLACK SABBATH with the rain and the Thunder.” Dieser Song ist jedoch weiß Gott keine Ausnahme, viele andere Stücke sind ebenfalls sehr gelungen, hier seien der etwas temperamentvollere Opener “Droid” sowie das legitime „Paranoid“ Nachfolgewerk „Elephant Star“ genannt (das wirklich schon sehr dreist mit dem berühmten Riff kokettiert). Das für mich außergewöhnlichste Stück findet sich dann eher zum Ende hin: „Cyclo-F“ ist eine 9-minütige Anti Hommage an eine Exfreundin Edlings, atmet den tiefsten und allerbekifftesten 70er Spirit und glänzt textlich durch Aussagen wie: „Home is where you hang yourself, where you end the pain”. Neben diesen Nettigkeiten fällt der Song vor allem dadurch auf, dass man ihn immer wieder für beendet hält, er dann jedoch irgendwie den Faden wieder aufnimmt und weiter geht. Gute Nummer! Schließlich beglückt Peaceville uns noch mit drei Bonus Tracks, die dem Stil des Albums angepasst sind und von denen insbesondere das dann doch mal recht dramatische „Oil“ richtig begeistert. So bleibt dann als Schlussfrage die, warum dieses Stück es nicht auf das reguläre Album geschafft hat.

Daran soll es hier aber nicht scheitern, zumal die möglichen Käufer dieser Neuauflage ja das Stück ganz normal mitgeliefert bekommen. Insgesamt also ein klassischer Fall von „Forgotten Jewels“, ein klasse Album einer großen Band, das bis heute aber nahezu unbekannt geblieben ist. Ob sich dies durch die 2. Auflage ändert, darf durchaus stark angezweifelt werden, dazu wäre wohl ein großer Promo-Aufwand erforderlich. Dass Peaceville dieses unterschätzte Album jedoch wieder dem Markt zugänglich machen ist auf jeden Fall ein Verdienst, für das ein Dank der Szene absolut angebracht wäre.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

CANDLEMASS - Weitere Rezensionen

Mehr zu CANDLEMASS