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CANDLEMASS - Live (Re-Release)

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Artist CANDLEMASS
Title Live (Re-Release)
Homepage CANDLEMASS
Label PEACEVILLE RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Also, eines dürfte bekannt sein: Wo CANDLEMASS draufsteht, ist perfekter Epic-Doom drin. Wer dies bisher nicht wusste, bekommt genau hier die Gelegenheit, mangelndes Fachwissen zu erwerben. Zugegeben, ein Livealbum „Live“ zu betiteln ist nicht der ganz große Wurf. Aber ist dies entscheidend? Eben. Hier finden sich zahlreiche Klassiker aus der begeisternden ersten Phase der Bandgeschichte bis zum ersten Marcolin Split.

Die erste der beiden CDs zeigt die Band bei einem Stockholmer Heimspiel anno 1990. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Band vier überragende Alben veröffentlicht. Zwar war man schon recht zerstritten (mit einer klaren Konfliktlinie Sänger/ Rest der Band), jedoch war die Formation noch zusammen und die Erwartungen der Metalöffentlichkeit sahen CANDLEMASS noch auf dem Sprung zu einer großen Band. Somit kann es nicht überraschen, dass sich hier nicht mal im Ansatz mittelmäßige Songs finden, eine große Nummer reiht sich an die nächste. Beginnend mit dem legendären „The Well of Souls“ über das fantastische „Dark Reflections“ von der 89er Scheibe „Tales of Creation“ sowie das wunderbare „Mirror Mirror“ („Ancient Dreams“) bis zum letzten Stück „A Sorcerer’s Pledge“ wird hier die hohe Schule metallischer Musik präsentiert. Nur Killer – keine Füller könnte man sagen. Gibt es da etwa doch etwas zu mäkeln? Aus meiner Sicht leider ja. Viele Stücke klingen hier doch sehr glatt und ein wenig wie aus der Konserve recycled. So kommt für mich nur wenig Live Stimmung auf.

Dies ändert sich rasch mit dem Einwurf von CD 2: CANDLEMASS live auf dem Dynamo 1988. Ungezügelt und mit (wenig) Overdubs bekommt hier einen authentischen Konzerteindruck der alten Schweden. Marcolins kraftvolle Stimme darf hier beim berühmten Vibrato auch etwas wackeln, wie sie das in concert auch manchmal tut. Der Sound ist gut, aber nicht perfekt, phasenweise klingt er sogar leicht dumpf. So fließt einiges von dem Flair dieser Sternstunde der Band direkt aus den Boxen ins heimische Wohnzimmer wo sich wie automatisch einige Kerzen anzünden, die sich Minuten zuvor gar nicht dort befunden haben. Dabei sind die Songs im Wesentlichen identisch mit CD 1, lediglich „Crystal Ball“ ist eine sinnvolle Ergänzung, wenn es sich auch nicht auf der Setlist halten konnte (der Chorus gehört auch nicht zu den aller einfallsreichsten der Bandgeschichte, dafür ein schönes Solo). Schließlich setzt es noch ein BLACK SABBATH Medley, das zumindest ich nicht gebraucht hätte und zwei „Bonus Tracks“ in leicht obskurer Version – auch diese höchstens begrenzt notwendig.

Alles in allem ist dieses Album für CANDLEMASS Anhänger ebenso essentiell wie eigentlich auch überflüssig. Zum einen ist die Songauswahl überragend, was angesichts der Qualität der Alben sich nahezu von selbst versteht. Zum anderen gewinnt man gegenüber den Studioversionen eigentlich nicht wirklich viel dazu. Wer aber aus irgendwelchen Gründen, für die er sich vor dem Metalgott schon selbst zu verantworten hat, diese Band noch nicht im CD Regal stehen hat, sollte allerspätestens hier zugreifen und sich dann zu den vollständigen Scheiben durcharbeiten. Dabei viel Spaß!!!

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