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CAPRICORNS - River, bear your Bones

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Artist CAPRICORNS
Title River, bear your Bones
Homepage CAPRICORNS
Label RISE ABOVE
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Es gibt nur ganz wenige Alben der Rockgeschichte, denen es gelingt, die erdigen Arrangements einer Jamsession widerzuspiegeln, ohne dabei gewollt oder produziert zu klingen. In den frühen Tagen des Rocks war dies sicherlich Gang und Gäbe, denkt man an Namen wie AC/DC, THE WHO, BLACK SABBATH und natürlich LED ZEPPELIN. Ein wahrer Rock Moloch entsteht nur dann, wenn eine Band in einer gewissen Chemie zueinander findet. Kommerziell erfolgreich wird so etwas dann natürlich, wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, siehe PEARL JAM mit ihrem Debüt „Ten“. CAPRICORNS ist eine dieser Bands, welche sich in ihrem neuen Album „River, bear your Bones“, ganz dem Charakter enier Jam Session verschrieben haben. Als Musiker muss man bereit sein, loszulassen, um sich dabei ganz dem Klang und dem Können am eigenen Instrument hinzugeben. Frei nach Heraklit „Alles fließt“ ist dieser Fluss ein steiniges, unruhiges und reißendes Gebirgsgewässer, welches nur zeitweilig beruhigt im Sturz gen Tal reist.

Viele Songs des Albums beginnen in der Quelle und enden als Krieg der Gezeiten im Ozean. CAPRICORNS verzichtet ganz und gar auf Gesang und erschaffen damit ein Instrumental Gitarrenalbum irgendwo zwischen Doom Metal und Stoner Rock. Das Riff steht am Anfang, um später völligst aufgelöst im tosenden Kampf zwischen Schlagzeug und Bass ad absurdum geführt zu werden. Variationen in Rhythmus und Abfolge schießen nicht selten über das Ziel hinaus und geben dem Werk einen rastlosen und nicht selten desorientierten Charakter. Das Schlagzeug tut sein übriges, besonders deutlich bei „November Suicides“, nie straight gespielt, sondern irgendwie über die Toms in die Hölle. „River, bear your Bones“ bietet sicherlich gute und interessante Ansätze, nur wirkt es weitestgehend unausgereift. Viele Kompositionen beinhalten Ideen für ganze Alben. Frei nach dem Leitsatz “weniger ist mehr“ entsteht der Eindruck der Überflutung von Ideen, was den Vorwurf der Uninspiriertheit entkräftet, den Hörer aber gerade deshalb überfordert.

Wohlwollend ist sicherlich die absolute Stimmungsdichte hervorzuheben. Eine Scheibe für den Herbst und dessen Stürme, aber bitte nicht bei Kerzenlicht, den diese würden ohne jeden Skrupel ausgeblasen!

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