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CAPTAIN CRIMSON - Ageless Time

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Artist CAPTAIN CRIMSON
Title Ageless Time
Label MOVING AIR MUSIC
Leserbewertung
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9.2/10 (5 Bewertungen)

Es gibt Retro, Baby!

Den haben CAPTAIN CRIMSON bereits 2012 mit ihrem Debüt “Dancing Madly Backwards” serviert, mit “Ageless Time” gibt’s jetzt also den Nachschlag. Wie schon zuvor feuern die vier Schweden aus Örebro dabei aus allen Röhren und legen in insgesamt 42 Minuten eine Zeitreise in die 60er und 70er hin, die in einer kleinen Kapelle aufgenommen wurde und sich hören lassen kann – was für ein Sound! CAPTAIN CRIMSON schlagen mit ihrem zweiten Longplayer wieder in dieselbe Kerbe, wie es derzeit auch andere Bands tun (BLUES PILLS, WITCHCRAFT), beruhigend zu wissen, dass es solchen Nachwuchs gibt.

“Ageless Time” zeigt sich als sehr treibendes und mitreißendes Werk feinster Machart und besticht in vorderster Front mit dem kraftvoll vorgetragenen Gesang von Stefan Norén, der außerdem die zweite Gitarre bedient. Schon “Rubicon” donnert mit prächtiger Leadgitarre (Andreas Eriksson) um die Ecke, die die Stimme des Sängers gekonnt einrahmt. Das Wörtchen “gekonnt” lässt sich ohnehin auf alles anwenden, das das Ohr mit diesem Album zu hören bekommt, und so gibt sich auch “A Trip Beyond The Universe” ordentlich laut und fett, wirkt aber niemals verwaschen. Dessen noch nicht genug, geht es auch anders: Nach der Vorspeise gibt’s mit “Golden Hills” eine Verschnaufpause, es kommt feiner und klarer, zudem sehr bluesig daher, anschließend schmiegt sich “Silence” mit wunderschöner Melodie und wieder einmal großartigem Gesang an. Außerdem geht es hier eher verspielt zu, was obendrauf noch eindrucksvoll inszeniert wird – wirklich gut. “Ageless Time” läutet den Hauptgang ein und bietet heftiges, doch nie unpräzises Drumming von Schlagzeuger Mikael Läth und latent wütenden Gesang, wird in der zweiten Hälfte aber auch wieder grooviger. “Deep Blue” schmeichelt dem Ohr mit einem überaus lässigen, coolen Mix aus Gitarre, Drums und knackigem Bass (Chris David). Wieder einmal hört man Andreas Erikssons Finger förmlich übers Griffbrett fliegen und wird in Höchstgefühl versetzt. “Demons Night” klingt sogar etwas gruselig, ist es aber in Bezug auf das Können oder den Stil natürlich keineswegs. Es zeigt sich nur einmal mehr, mit wieviel Spaß hier agiert wird. Danach verliert man sich tatsächlich ein wenig im “Maze Of No Trust”, das recht träumerisch daher kommt. Dennoch zieht sich das Mitreißende wie ein roter Faden die ganze Scheibe über durch die Musik und erlaubt keine Pause. Zum Schluss kriegt man mit “Mr. Hollow Green” sogar nochmal eins mit auf den Weg, es wird einem quasi um die Ohren gehauen, dass man CAPTAIN CRIMSON nicht vergessen sollte.

Für Liebhaber von Retro-Rock haben wir hier also eine rundum gelungene Mischung aus allem, was das Ohr begehrt, das Teil kann man einfach nur empfehlen. Das Dessert zum Gericht gibt’s in diesem Fall übrigens nur für Besitzer der auf 500 Stück limitierten Vinylscheibe, denn sie enthält zwei Bonustracks (“Crossroad”, “Going Down”).

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