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CARDIAC CASPER - Related To The Heart

VN:F [1.9.22_1171]
Artist CARDIAC CASPER
Title Related To The Heart
Homepage CARDIAC CASPER
Label TRANSHUMANZ
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.6/10 (17 Bewertungen)

Wer es beizeiten schwer hat mit dem Herzen, hört eventuell zu viel Teenage-Emocore oder hat tatsächlich Probleme mit der Pumpe. Auf der guten Hälfte beider Möglichkeiten treffen sich CARDIAC CASPER, deren Name einer etwas freien Übersetzung anatomischer Fachbegriffe entsprungen zu sein scheint. Das entsprechende Pendant findet sich auf der anderen, musikalischen Seite der Koblenzer, die ihren Emotionslastigem Rock/ Metalcore letztes Jahr bereits auf dem Wacken zeigen durften. Bahnt sich da ein fundamentaler Sinneswandel in Richtung metallener Kosmos an, oder waren da doch nur gute Connections von Vorteil?

Denn von den seltener in Norddeutschland gesichteten Vertretern der abtrünnigen Nu-Sparte gehören CC sicherlich zu den am stärksten zwischen Akzeptanz und Ablehnung schwankenden. Den im Titel angedeuteten Bezug stellt das Debüt „Related To The Heart“ recht deutlich zu der zweitgenannten Gefühlswelt her, schafft es dabei jedoch auf ganz akzeptable Weise nicht einfach in seiner Trennungsschmerz- und Liebeslyrik zu ersaufen. Wenn im Aufeinandertreffen der zahlenmäßig dominierenden Klargesänge mit dem häufig untermalenden Piano, das der fest eingebundene Tastendrücker im Laufe der fast einstündigen Platte auch häufiger mal gegen verschroben brummende und/ oder spacige Synths tauscht, pathetische Auswüchse natürlich nicht völlig auzuschließen sind, so profitieren die Hook-schweren Konstrukte doch gerade von der wehmütigen Wärme des Vokalisten Manu. „About Withered Love Confessions“ geht hierfür als Parade-Liebesrocker mit hardkerniger Verschalung nach passend pochendem Herz-Intro an den Start, und auch grundsätzlich ruppigere Titel sind schnell zu greifen. Ins vorgefertigte Metalcore-Schema lässt man sich so direkt nicht packen, dafür greift die Härte des öfteren in groovigeren, neumetallisch anklingenden Phasen durch. An frühere LINKIN PARK erinnernde Konstrukte wie „Countrysides“ kombiniert das Sextett mit geschrienen Bretter-Phasen, SONIC SYNDICATE stehen sie im Allgemeinen aufgrund der durchgängigen Synths auch recht nahe. Aufgewertet wird das Material häufig im Detail, durch kleine Melodien etwa, die nicht sonderlich hervorstechen und eher auf ein stimmiges, Spannung erhaltendes Ergebnis abzielen. Letztendlich lässt sich als das einzig wirkliche Manko nur der dünne, kehlige Kreischgesang ausmachen, der an diversen Stellen den Stimmungsaufbau zu sehr hemmt und den Punch der Rückenstärkenden Instrumentenfraktion nicht erreichen kann. Die ordentliche Produktion kann Abhilfe schaffen, wenngleich die entstandene Lücke nicht vollkommen schließen. Besser und drückender gelang diese Kombination den ebenfalls deutschen THE MERCURY ARC, falls die ein Begriff sein sollten.

Ohnehin präsentieren CARDIAC CASPER aber hauptsächlich ihre popige Komponente, und die darf sich bis auf wenige Ausnahmen soweit schon Schokoladenseite schimpfen, ohne dabei allzu süßlich die Nerven zu verkleben. Die gefälligen Stücke offenbaren zumindest ein Potenzial, auf dem sich sicherlich aufbauen und in Zukunft ein Hit-fähiges Sammelsurium schmieden lässt. Der kleinen Schwäche im harten alternativen Bereich zum Trotz kann der open-minded Poprockcorer mal ein Ohr an „Related To The Heart“ halten.

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