Band Filter

CARIA - Mädchen wie ich

VN:F [1.9.22_1171]
Artist CARIA
Title Mädchen wie ich
Homepage CARIA
Label BRILLJANT SOUNDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

CARIA ein Bandprojekt aus Rostock mit musikalischen Wurzeln bis nach Lateinamerika. Zwischen urbanen Beats, elektronischen Sounds und rhythmischem Feuer entsteht ein Stil, der unterschiedliche Kulturen hörbar miteinander verbindet. Sängerin Carina Castillo stammt aus Panama und der Ukraine; aufgewachsen ist sie in Norddeutschland. Ihre musikalische Sprache entwickelte sie früh auf Bühnen, im Studio und während ihres Gesangsstudiums an der Rostocker Hochschule für Musik und Theater. Gemeinsam mit Musiker und Produzent Philipp Krätzer entstand unter dem Namen CARIA ihr erstes Album „Mädchen wie ich“, auf dem lateinamerikanische Energie, osteuropäische Einflüsse und deutsche Urbanität aufeinandertreffen. Philipp bringt als Diplom-Pianist, Multiinstrumentalist und Musikproduzent Erfahrung aus diversen Produktionen, TV-Dokumentationen, Radio und Ghostwriting in das Projekt mit ein.

Musikalisch bewegt sich CARIA irgendwo zwischen DEICHKIND, NINA CHUBA und PETER FOX – tanzbar und doch immer bewusst kantig. Pulsierende Beats, bewusste Brüche und eine gewisse Edginess sorgen dafür, dass die Songs nie einfach nur glatt durchlaufen. Auch textlich bleibt CARIA unbequem. Die Songs greifen persönliche Erfahrungen, gesellschaftliche Widersprüche und kulturelle Konflikte auf – direkt, ungefiltert und oft näher an der Realität, als im ersten Moment angenehm erscheint. Der energiegeladene Titelsong „Mädchen wie ich“ ist der persönlichste Song des Albums; ein musikalischer Tagebucheintrag zwischen Ausländerhass, Selbstzweifeln und kulturellen Erwartungen. „Mädchen wie ich passen hier nicht rein“ beschreibt das Gefühl, zwischen verschiedenen Welten und gesellschaftlichen Bildern keinen festen Platz zu finden. Der pulsierende Opener „Boss Avatar“ darf als Gegenentwurf zu der Männerdominanz in der Kunst und den oberflächlichen Blick auf Künstlerinnen wie Carina verstanden werden: „Beine bis zum Boden, krass lange Haare – kann ich mal anfassen?“ Kunst und Musik bleiben auf die äußere Hülle reduziert. Der nachfolgende Kopfnicker-Track „Zombie“ hält uns den Spiegel vor und richtet den Blick gleichzeitig auf die gesamte Gesellschaft, in der sich Menschen zuweilen wie leblose Körper digital steuern lassen und ein Leben zwischen Dauer-Scrollen, digitalem Autopiloten und Reizüberflutung führen. Dank „Himmel“ zeigt CARIA eine ruhigere, fast träumerische Seite aus Synth-Wave-Elementen, Naturverbundenheit und der Sehnsucht nach innerem Wachstum. Die Nummer gibt es auf dem Silberling zusätzlich noch einmal als reduzierte Akustiknummer zu hören. Das groovende „Panama“ lässt uns nicht nur wissen, dass es dort kein Grau gibt, sondern ist eindeutig auch von PETER FOX inspiriert. Daneben gibt es auch smoothe Songs wie „Deja Vu“ und Dancefloor-Filler wie „Täglich grüßt das Kerngeschäft“ oder „Nerdy Boy“ während „Ein bisschen Endzeit“ mit elektronischen Versatzstücken spielt und „Nicht allein“ den Emotionen Raum gibt, was in besonderem Maße auch für „Federleicht“ gilt.

Live wird aus dem Duo gemeinsam mit dem Bassisten Andreas Böhm und dem Drummer Mathias Ruck eine Band die auf echte handgemachte Live-Musik setzt. Die Songs sollen auf der Bühne atmen und von der Energie leben, die nur im direkten Kontakt mit dem Publikum entstehen kann. Wie CARIA selbst sagen, ist ihr Antritt nicht, die Charts zu stürmen und die Playlists zu erobern. Vielmehr wollen sie mit „Mädchen wie ich“ Musik machen, die nachklingt und sich aus der Masse abhebt. Naja, bei allem künstlerischen Anspruch ist wirtschaftlicher Erfolg ja vielleicht auch ganz schön und mir fällt auch kein Grund ein, weshalb nicht zumindest eine anerkennende Kenntnisnahme möglich sein sollte. Tatsächlich Geld mit einer Platte zu verdienen, ist im Streaming-Zeitalter eh nicht ganz einfach.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu CARIA