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CARNAL DECAY - Chopping off the Head

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Artist CARNAL DECAY
Title Chopping off the Head
Homepage CARNAL DECAY
Label FASTBEAST
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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Kaum die CD eingelegt, da wirft sich die Frage auf, ob ich nicht zufälligerweise per Fernbedienung am Fernseher einen Dokumentarkanal angeschmissen habe. Zumindest stellt sich die Frage „Na bin ich hier im Schweinestall gelandet?“

Der Mund des selten melodischen Vokalisten Michael Kern formt wunderschöne, runde Os und verstärkt das Unheil noch mit seinem markerschütternden Bass. Man fühlt sich an die frühen CANNIBAL CORPSE erinnert. Die gelegentlich entlockten, verhältnismäßig cleanen Vocals aus den gequälten Stimmbändern des Shouters bringen ein bisschen Abwechslung in den „Schweinestall“. Gitarristin Isabelle Iten drescht in die tief gestimmten Sechssaiter und macht ein Statement, dass Frauen im Metal, ganz besonders in dieser Art von Metal, sich garantiert nicht hinter dem „starken“ Geschlecht verstecken müssen! Erstklassige Arbeit! Das Drumming von Reto Ehrler nähert sich schlicht der Lichtgeschwindigkeit. Eine Songanalyse ist prinzipiell unnötig, da jedes Lied einfach straight nach vorne geht und genau das befriedigt, was doch alle Fans von solch einer Platte erwarten: Unbarmherziges, kaltes Gemetzel und garantiert keine „Balladen“ á la SIX FEET UNDER. Ein klarer Favorit muss aber genannt werden: „Predatory Instinct“ bietet als krönenden Abschluss alles, was das Album noch in Erinnerung bewahren wird. Clever, diesen Song als letzten zu platzieren! Leider ist der Spaß auch nach 9 Titeln und nur knapp 30 Minuten zu Ende, aber angesichts des hohen „Wiederspielwerts“ kann drüber hinweg gesehen werden. Die einzige, wenn man so will, Sauerei stellen die Triggerdrums dar, die stellenweise nerven, aber dem bunten Treiben einen (un-) freiwillig witzigen Touch geben. Dass die Jungs und das Mädel es nicht allzu ernst meinen, zeigen die hin und wieder eingeworfenen, lustigen Samples von Filmen wie „Deathproof“ etc.

Schon der Vorgänger „Carnal Pleasures“ erntete überdurchschnittlich gute Kritiken. Wo CARNAL DECAY damals allein mit ihrem sehr brutalen und direkten Sound glänzten, bieten sie bei dem von Frontsau Michael Kern aufgenommenen und im „Haus of Audio“ gemasterten Neuling einen etwas groovigeren, abwechslungsreicheren Klang, ohne auf ihre in gewissem Sinne Ungeschliffenheit zu verzichten. Das tolle Artwork wurde anscheinend an Frank Millers „Sin City“ angelehnt und verleiht der gut produzierten CD einen noch positiveren Eindruck. Solider Death Metal mit Grindcore Elementen, der zwar nicht das Rad neu erfindet, aber mörderischen Spaß macht.

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