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CARNIVAL YOUTH - No Clouds Allowed

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Artist CARNIVAL YOUTH
Title No Clouds Allowed
Homepage CARNIVAL YOUTH
Label POPUP RECORDS
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Nachdem die aus Litauen stammende Indie-Rock-Band CARNIVAL YOUTH letztes Jahr ihre Debüt-EP „Never Have Enough“ herausbrachten, beglücken sie uns nun mit ihrem erstem vollständigem Album „No Clouds Allowed“. Die erst seit 2012 bestehende Kapelle hat in den drei Jahren viel an Erfahrung durchs Touren dazugelernt. In ihrem Heimatland sind sie durch die vorstehende Beteiligung am dortigem Eurosonic Noorderslag 2015 schon einem breiterem Publikum bekannt. Ihre eigenwillige Mischung aus Indie-Rock, Pop und leichten elektronischen Elementen ist eine interessante Angelegenheit.

Der Eröffnungssong „Never Have Enough“ beispielsweise erinnert an STARS, allerdings nicht die derzeitigen elektrifizierten, sondern die frühen, etwas opulenteren. In „Brown Eyes And All The Rest“ hört sich Edgars Kaupers Stimme stark wie die von INTERPOLs Paul Banks an und auch vom Sound her könnte der Song durchaus auf einem deren Platten zu finden sein. „Words Like Birds“ wiederum bringt den ARCADE-FIRE-Vergleich hervor, natürlich deren aktuellen Sound vom Album „Reflektor“. Sie versuchen, jene Art von Indie-Rock mit in ihre Musik zu schleusen, die momentan gefühlten 80 Prozent der Bands im Rockpop-Genre einen gewissen Indie-Appeal verleiht. Manche der Songs auf „Carnival Youth“ wirken dadurch gelegentlich ein wenig harmlos und beliebig. Als Hörer fühlt man sich von derartigen Mitsing-Imperativen mittlerweile wenig ernst genommen, abgesehen davon klingt es auch schlicht abgedroschen. Mit „Akmentil“, dem poppigtsen Song des Longplayers, den sie übrigens in ihrer Heimatsprache vortragen, schließen sie „Carnival Youth“ dann ab Die Tracks sind zwar direkt aus dem Indie-Pop-Satzbaukasten entschlüpft und maximal vorhersehbar, aber gerade deshalb umso catchier.

Die Schönheit eines verregneten, von stürmischen Böen durchzogenen Tages, das verkörpert „No Clouds Allowed“. Elf unterhaltsame Songs, bei denen die Höhepunkte im Grunde durchgängig sind, die Spannung aufrechterhalten wird und zu keinem Moment Langeweile aufkommt. Leichte elektronische Anklänge und Streicherseligkeit, nach-, um- und übereinander, Brüche und Übergänge. Das gelingt mal mehr, mal weniger, stört aber nie die Freude an einem Stück. Umso lohnender erweist sich die intensive Auseinandersetzung. Um deren Vielschichtigkeit zu entdecken, Edgars Kaupers Stimme auf sich wirken zu lassen und nachvollziehen zu können, sollte sich der Hörer jedoch Zeit lassen.

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