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CARPHAX FILES - Vengeance

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Artist CARPHAX FILES
Title Vengeance
Homepage CARPHAX FILES
Label COP International Records
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Das EBM-Projekt „Carphax Files“ von J.SiN Marx legt mit seinem Debütalbum „Vengeance“ einen Kracher vor. Das Projekt besteht seit 1999 und veröffentlicht Ende 2003 seine erste CD. Der Klang schwankt zwischen Decoded Feedback, Solitary Experiments, ein wenig Abscess und The Retrosic, ohne abgekupfert zu klingen. Carphax Files sticht aus der Masse der Veröffentlichungen im elektronischen Bereich wohltuend hervor und hebt sich von Einheits-EBM, Futurepopclones und langweiligem Massenelektro ab. Dabei erfindet J.SiN Marx das Rad zwar nicht zum 2. oder 3. mal neu, aber es gelingt ihm, eigenständigen EBM mit Elektroelementen und Wiedererkennungswert zu entwickeln.

Die meisten der 10 Tracks sind im Midtempobereich gehalten. Die Stücke zeichnen sich durch eine grundlegend düstere Atmosphäre, harte Rhythmen und aggressive Beats aus. Trotz ähnlichem Klang werden unterschiedliche Akzente gesetzt. Der Gesang ist gleichbleibend stark verzerrt und klingt szenetypisch monoton und aggressiv. Die Tracks kommen mit wenigen, aber sehr sinnvollen, Samples aus, welche die dunkle Atmosphäre unterstützen. Das Eingangsstück „Machine“ besticht durch treibenden Rhythmus und harte Beats in bester Decoded Feedback und Terminal Choice Tradition. (Die Melodieloops erinnern an The Retrosic.) „Machine“ ist der stärkste und beste Track auf dem Album und hat das Zeug zum Dancefloorkiller, würdig in jedem dunklen Club aufgelegt zu werden. Im zweiten Track „Another Chance to Kill“ experimentiert Marx mit Technoelementen, ohne das Stück poppig oder tranceartig klingen zu lassen. Die folgenden Tracks sind ruhigere, langsamere Stücke mit einer ebenfalls dunklen Stimmung. „Jackal“ hört sich ein wenig nach Feindflug an und bricht mit einem harten Rhythmus auf seinen Hörer herein. Ebenso sieht es mit „Violence in your Eyes“ und „Damage Incorporated“ aus. (Über einem aggressiven EBM Rhythmus liegt eine wunderschöne dunkle Melodie.) Der 8. Track „Pugnacious Fallacies“ sticht klanglich etwas aus dem Rest des Albums heraus. Er ist der Schwachpunkt des Albums und hört sich leider zu sehr nach langweiligem Füllmaterial an. Ganz im Gegensatz dazu steht der letzte Track „Solution“. Er reicht in Punkto Klang, Aggressivität und Düsterkeit an alte Produktionen von Hocico und neue Sachen von Decoded Feedback ran, ohne jedoch ihre Klasse zu erreichen.

EBM-Liebhabern und Fans düsterer Tanzmusik sei Carphax Files wärmstens ans Herz gelegt. Bestellen kann man das Album z.B. bei Infrarot. Alles in allem handelt es sich bei „Vengeance“ um ein gelungenes Debüt mit gutem, ausbaufähigem EBM. Man darf auf das hoffentlich zu erwartende Nachfolgealbum von Carphax Files gespannt sein.

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