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CELTIC FROST - Monotheist

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Artist CELTIC FROST
Title Monotheist
Homepage CELTIC FROST
Label CENTURY MEDIA
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Was hat das für Wellen geschlagen, als Tom G. Warrior alias Tom Gabriel Fischer (Vocals, Gitarre) und Martin Eric Ain (Bass) bekannt gaben, dass man als CELTIC FROST 14 Jahre nach dem letzten musikalischen Lebenszeichen („Parched with Thirst am I and dying“) an neuen Songs arbeitet. Werden die legendären Alben „Morbid Tales“ (1984) und „to Mega Therion“ (1985) immer noch von allen Bands, die was mit kräftigen Gitarren zu tun haben, als großer Einfluss genannt, wurden mehr als 20 Jahre später doch einige kritische Stimmen laut, die bezweifelten, dass Tom und Martin den alten Spirit wieder werden herauf beschwören können.

Doch schon beim ersten Hör-Durchlauf sind diese Zweifel dermaßen weggewischt, dass man es kaum glauben kann. Das Trio (Drummer Franco Sesa kam zu den Aufnahmen hinzu) hat es immer noch drauf. Schon der Opener „Progeny“ zeigt, wer in Sachen „Punk/ Doom/ Death/ Black“ das Sagen hat. Nicht DARKTHRONE und Konsorten, CELTIC FROST rockt alles an die Wand. Verzerrt und düster wie in den besten Zeiten riffen die Gitarren, die Drums treiben und Toms energische Stimme hat nichts aber rein gar nichts von seiner Eindringlichkeit verloren. Fett auch die wuchtigen Breaks, nach denen der Song dann doomig voran walzt. So in Perfektion kann das halt einfach nur eine Formation. Aber wer nun ein fettes Metal-Album erwartet, liegt falsch. Denn mit „A dying God coming into human Flesh“ kommt ein anfangs ruhiges, mit Synthies unterlegtes Klanggebilde, welches sich dann in ein ungemein fieses, schwerfälliges Soundgewitter entlädt, mit wuchtigen Riffs und den fiesesten Vocals, die ich seit langem gehört habe. Noch düsterer und fast unbehaglich wird es bei „Drown in Ashes“. Ganz ruhig, langsame Drums, hintergründiger Gitarrensound, Toms fast hypnotische Spoken Words und der weibliche Sing Sang dürfte selbst jeden Die Hard-Goth Angst und Bange machen. Mit „Ground“ und „Os Abysmi Vel Daath“ dürfen natürlich auch die wuchtigen Doom-Walzen nicht fehlen und „Domain of Decay“ und „Ain Elohim“ bilden den Death/ Black-Part mit verzerrten Riffs, walzender Doublebass und bösen Vocals. Doch das Eindrucksvollste haben sich die Schweizer zum Ende aufgehoben. Das sogenannte „Triptych“ besteht erstens aus dem ultra-kranken Soundgebilde „Totengott“, gegenüber dem ABRUPTUM wie Chorknaben klingen. Dann folgt das 14 Min.-Monstrum „Synagoga Satanae“, während dessen Spielzeit so ziemlich alle Black/ Doom/ Death-Bands und Songs mal eben in den untersten Erdboden gewalzt werden. Mit „Winter (Requiem, Chapter Three: Finale)“ klingt nicht nur dieses große Kino einer Trilogie aus, sondern ein absolut geniales Album.

Auch ich muss zugeben, gezweifelt zu haben. Doch dieses Album hat alles! Primitive, massive Soundgebilde aus HELLHAMMER-Zeiten, starke Songs der alten CELTIC FROST-Ära und kranke, experimentelle Klänge, die allem im Bereich der extremen Metal- und Düsterkunst als neuer Standard dienen werden. Dies zusammen mit den fetten 68 Minuten Spielzeit (Ja, Ihr habt richtig gehört, all ihr Death- und Black-Combos mit 30 Min.-Alben!) und dem nicht zu modernen aber dennoch absolut dicken Sound des Mr. Tägtgren macht „Monotheist“ zu einem Meilenstein der Neuzeit!

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