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CENTAURUS-A - Side Effects Expected

VN:F [1.9.22_1171]
Artist CENTAURUS-A
Title Side Effects Expected
Homepage CENTAURUS-A
Label LISTENABLE
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.7/10 (3 Bewertungen)

Technical Death Metal. Muss man da noch mehr sagen? Kaum, denn wer sich unter dieser schwermetallischen Kategorisierung etwas vorstellen kann, wird schnell wissen, was auf ihn zukommt; nämlich schlicht und ergreifend technisch filigraner, virtuoser, auf den ersten Blick schwer begreifbarer, nicht leicht zu internalisierender und erst recht nicht einfach zu überblickender Todesstahl, gemacht von prätentiösen Virtuosen für geschmacksbewusste Extremistengourmets. Genau in diese Kerbe hauen die aus Deutschland stammenden CENTAURUS-A mit ihrem Debüt „Side Effects Expected“.

Irgendwo zwischen NECROPHAGIST, CRYPTOPSY, CEPHALIC CARNAGE und ATHEIST knüppeln diese A-Klasse-Zentauren sich durch 10 sehr verspielte, mit zahlreichen Frickeleien aufgeladene Tracks mit viel modebewusstem Biss, Klicktrack geladener Energie, traumtheatralischer Melodieführung, ungewöhnlicher Catchyness und keck-dreistem Groove. Auch hier ist der zum Dreh- und Angelpunkt avancierte Standard der Genrerestriktionen, namentlich das Technisch-Verspielte stets vordergründig und umschmeichelnd; jenes ist gar exaltiert knarzend präsent und entführt den Hörer in eine krachophonische Achterbahnfahrt der besonderen Art. Trotz alledem ist der hier Rezensierende insgesamt leider Gottes gezwungen folgendes festzustellen und auf die Platte zu stempeln: Gemessen an heutigen Standards und insbesondere an den Entwicklungen in punkto musikalischen Geschultseins, Innovation und instrumentalistischer Kreativität ist die Band in der Summe doch ein paar Jahre zurück in der Entwicklung. CENTAURUS-A besitzen ohne Frage Klasse und werden mit allergrößter Wahrscheinlichkeit Fans der oben bereits erwähnten Schlachtkapellen betören und vielleicht auch vom Hocker reißen können, doch mich bedauerlicherweise nicht. Denn dafür fehlt ihnen ganz klar der zwingend nötige Individualismusanspruch und ein progressives Plädoyer im Sinne eines frei machenden „Fuck-Off-Pamphlets“. Man merkt an vielen Stellen einfach viel zu deutlich die Orientierung an den großen Ausnahme-Todesblei-Brachialisten NECROPHAGIST. Ein Stück wie „The Ease“ mag unterm Strich zwar Hinneigung zum schwedischen Elchtod bekennen, doch fehlt dem Gesamtpaket einfach der nötige Protest gegenüber fesselnden Vorbildsrestriktionen.

Der sehr sterile, übertrieben durch die Konserve gezogene Sound verstärkt zudem das Gesamtbild einer Combo, die sich noch nicht von ihren elterlichen Vorbildern getrennt zu haben scheint, trotz perfektionistischen Allmachtstrebens und der offenkundigen handwerklichen Begabung. Ein ordentliches Selbststudium wäre von diesem Standpunkt aus gesehen genau das Richtige für CENTAURUS-A.

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