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CHAOS BEYOND - Confessions Of A Twisted Mind

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Artist CHAOS BEYOND
Title Confessions Of A Twisted Mind
Homepage CHAOS BEYOND
Label TERRASOUND
Leserbewertung
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9.0/10 (9 Bewertungen)

Reichlich Glück hatten die Österreicher Debütanten CHAOS BEYOND mit ihrem Labeldeal, nachdem sie beim Metalchamp Contest vergangenen Jahres „nur“ den zweiten Platz belegten. So überzeugt waren Terrasound Records nämlich von der Darbietung, dass sie neben den eigentlichen Gewinnern, denen der Vertrag als Trophäe zustand, auch gleich die Wiener Erst-Hobby-Dann-Ernst Metaller mit einsackten. Die Jungs dürft’s freuen, eine extern geschliffene Produktion kann dem Erstling gegenüber konkurrierenden Debüts im weiterhin hilflos überfüllten Modern Melo-Topf schon einen Vorteil verschaffen.

So prescht „Confessions Of A Twisted Mind“ unter einer dünnen rauen Oberfläche mit einem kaum zu bemängelnden Sound-Startpaket von Dannen. Es drückt, es pumpt, die überzähligen Melodien und auch der tieftönige Sektor sind greifbar, doch im Endeffekt rast die Scheibe trotz Vorsprung längst nicht als Sieger ins Ziel. Die flott von den Fingern gescharbten Leads vermengen sich mit den clean ganz grob an Anders Friden angelehnten rauchigen Metal-Gesängen von Vokalist Robert und dem corigem Death-Verschlag zu einem auch allgemein auf IN FLAMESsche Grundzüge vertrauenden Sound, der eine Identifikation der Stücke aber im Nachhinein nur schwer zulässt. Selten wird das repetitive Songwriting durchbrochen, wobei auch der selbstredend nicht fehlende, naja, nicht wirklich balladeske, aber mehrheitlich auf klare Brühe setzende Schmachter „My Sacrifice“, BULLET FOR MY VALENTINE klar als Paten eintragend, trotz der feinen minimalistischen Melodiezüge zu Beginn keine großen Akzente setzen kann. Verantwortlich kann hier sicherlich der generell nicht immer sitzende Gesang gemacht werden, doch die anderen Fragmente fügen sich nach und nach zu einem ebenso unausgereiften Gesamtbild zusammen. Vorübergehend aufhorchen lässt zur Halbzeit der im Kontext leider kaum auffallende Hang zur deathigen Fast-Reinform, dem sich „6/7“ und „Desecrating Essence“ in Auszügen hingeben. Zwar ist diesem Aufgebot auch nichts wirklich Weltbewegendes oder Platte Verbesserndes abzugewinnen, aber die grunzige Schnute steht dem sonst pressenden Robert selber wie auch dem Kollektiv, das sich um eingewobene Stakkati (?) und Blasts zusätzlich bemüht, gut zu Gesicht, bevor man schließlich wieder rasend mit der Plüschpeitsche durch die Hallen wütet.

Der metallischen Extreme könnten CHAOS BEYOND daher künftig ruhig noch ein Ohr mehr leihen, wenn man irgendwann mehr besteigen möchte als die Treppchen der Wiener Lokalcontests. Denn der aktuell vorliegende, gut gespielte und produzierte, aber über nette Ansätze hinaus arg beliebige All-Inclusive Melo Death vermag noch keineswegs merkliche emanzipatorische Leistungen zu erbringen.

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