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CHAU CHAT - Le Début

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Artist CHAU CHAT
Title Le Début
Homepage CHAU CHAT
Label DIENJE MUSIC
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Als „Chauchat“ wird ein leichtes französisches Maschinengewehr bezeichnet. Gleichzeitig ist Madame Chauchat auch die sinnbildliche erotische Verführung aus Thomas Manns „Zauberberg“, die den beiden Multi-Instrumentalisten Christian Illi und Ron Flieger die Vorlage zu ihrem gemeinsamen Projekt CHAU CHAT lieferte, das jetzt mit „Le Début“ auf CD gepresst wurde. Stilistisch nicht ganz einfach zu verorten, verschmelzen bei CHAU CHAT orchestrale Ausbrüche mit minimalistischem Purismus und romantische Klassik mit melancholischem Pop zu den pompösen Dimensionen einer außergewöhnlichen Musik, die am Abend eines unscheinbaren Winterabends in München ihren Anfang nahm, als Christian auf Ron traf und zahlreiche musikalische Symposien im Fliegerschen Studio begannen.

So kommt der träumerische Opener „Apfelkura“ gänzlich ohne Vocals aus, ehe es mit „Little Girl“ und „Whispy Clouds“ deutlich flotter zur Sache geht. Hier trifft tanzbarer Alternative-Pop auf klassische Streicher, um schnellstmöglich in Ohr und Bein zu gehen. An die Stimme von Christian Illi muss man sich bisweilen erst gewöhnen, da er sich an der einen oder anderen Stelle doch ein wenig zu sehr um Theatralik bemüht. Aber der Herr war wohl schon immer ein exzentrischer und kapriziöser Mensch, der ohne die Dramatik des ruhigen „By My Side“ gar nicht klar käme. Mit ist es allerdings lieber, wenn das Duo Gas gibt und mit Songs wie „Konfusion – Stigmata“ oder „Ignorance Is Killing“ zum Tanzen einlädt. Dabei hat auch ein Slow-Motion-Vertreter wie „Lee & Me“ mitsamt fröhlichem Gepfeife seine schönen Seiten, doch irgendwie kommt bei einer schwungvollen Nummer a la „Boy’s Next Door“ mehr rüber. Intermezzi wie „The Sun Moon Lake – The Thao“ und „Mahal Kita“ bräuchte ich nicht unbedingt, aber sie stören auch nicht. „The Key“ und „Violence & Guys With Guns“ zeigen sich noch mal ein wenig verquer, bevor dann „X.Y. OP. 39“ zum finalen Bombast-Schlag ausholt, dem noch ein kleiner Akustik-Ausflug folgt.

CHAU CHAT versprühen eine gute Portion britische Exaltiertheit und eine leidenschaftliche Liebe zur Musik. Manchmal erinnern sie mich dabei an POLARKREIS 18, aber das ist nur ein kleiner Teilaspekt, denn der CC-Sound weist so viele unterschiedliche Facetten aus, dass Vergleiche schwerfallen. Also besser selbst reinhören!

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