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CHRIS CORNELL - Carry On

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Artist CHRIS CORNELL
Title Carry On
Homepage CHRIS CORNELL
Label INTERSCOPE/ UNIVERSAL
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Meine Güte, Chris Cornell wird auch schon 43 Jahre alt, sieht man ihm allerdings trotz des ganzen Rock ’N’ Roll-Stresses nicht an, nach wie vor eine echte Augenweide das Schnuckelchen… Aber darum geht es hier natürlich nur ganz am Rande (obwohl es sicher die Damenwelt und auch einige Herren interessiert). Auch seine Modeltätigkeit für die 2006er Kampagne des Designer John Varvatos soll hier nicht das Thema sein, vielmehr hat der Ex-AUDIOSLAVE- und Ex-SOUNDGARDEN-Sänger mit „Carry On“ eine neue Solo-Scheibe am Start, der wir doch mindestens so viel Aufmerksamkeit schenken wollen, wie der vergänglichen Schönheit ihres Schöpfers.

War SOUNDGARDEN eine der wichtigsten Grunge-Bands aus Seattle (die Platte „Superunknown“ mit dem Hammer „Black Hole Sun“ gehört zweifelsohne zu den Meilensteinen der Musikgeschichte) und verbindet man AUDIOSLAVE zu Recht mit energischen Gitarrenklänge und ruhigeren Klangspektren, die ohne Synthesizer und Computer-Effekte auskommen, dann geht Chris auf seinen Solopfaden einen ganz anderen Weg. Mr. Cornell unternimmt mit „Safe And Sound“ Ausflüge in Blues- und Soul-Gefilde, während er mit „Scar On The Sky“ in psychedelische Untiefen eintaucht. Den Country entdeckt der Vollblutmusiker, der sich bereits seit frühen Kindertagen auf die Musik konzentriert mit „Finally Forever“ für sich, während „Disappearing Act“ in einen hymnenhaften Lobgesang auf die Standhaftigkeit ausartet. Auch „Silence The Voices“ verfügt über alle Zutaten einer Stadion-Hymne, diesmal bedient der Wahl-Franzose mit Wohnsitz in Paris sich allerdings mehr Seventies-Rock-Versatzstücke. Melodiösen Alternative bietet „Killing Birds“, wohingegen Tracks wie „Ghosts“, Arms Around Your Love“ und „She’ll Never Be Your Man“ Cornells introvertierte Seite offenbaren. Natürlich hat der Altmeister des Grunge auch noch ein paar härtere Titel in petto, genannt seien der Opener „No Such Thing“, das rhythmische „Poison Eye“ und das weit ausholende „Your Soul Today“, an denen besonders die alten SOUNDGARDEN- und AUDIOSLAVE-Fans Gefallen finden werden, wenngleich es dieser Tage deutlich zahmer zur Sache geht. Ein neues Gewand hat MICHAEL JACKSONS Klassiker „Billie Jean“ erhalten, das quasi in schleppender Slow Motion läuft. Nicht zu vergessen, der Titelsong des letzten James Bond-Streifens „Casino Royale“, den Chris gemeinsam mit dem Bond-Komponisten David Arnold exklusiv für den Film geschrieben und eingesungen hat. Immerhin hat es „You Know My Name“ europaweit in die Top 10 gebracht.

In meine persönlichen Top 10 wird es „Carry On“ wohl nicht schaffen. Weshalb er auf dem zwölften Platz der von MTV präsentierten „22 Greatest Voices in Music“-Rangliste vertreten ist, hat der Ausnahmemusiker durchaus bewiesen. Seine Stimme – druckvoll, gelöst, knurrend und dann wieder absolut melodisch – ist immer noch „eines der dehnbarsten Instrumente der Alternative-Rockwelt“, wie das Blender Magazin einst so treffend schrieb. Allerdings sind mir die Songs eine Idee zu brav geraten. Das Album ist nett anzuhören, aber eigentlich wollen wir es doch eine Spur dreckiger, lauter und schneller. Sollten bei dem dreifacher Vater und Ehemann womöglich langsam Zeichen einer gewissen Altersweichheit festzustellen sein? Dann sollte er sich vor JULIETTE LEWIS in Acht nehmen, die mit ihren Band den LICKS die US-Tour supporten wird und es dreckig, schnell und laut mag.

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