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CHRIS CORNELL - Higher Truth

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Artist CHRIS CORNELL
Title Higher Truth
Homepage CHRIS CORNELL
Label UNIVERSAL
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Mit SOUNDGARDEN hat CHRIS CORNELL Grunge-Geschichte und mit den Alternative-Rockern AUDIOSLAVE das von mir extrem geschätzte „Like A Stone“ geschrieben. 1999 veröffentlichte der Sänger, Songwriter und Gitarrist sein erstes Solo-Album „Euphoria Morning“, nach dem Ende von AUDISLAVE ging’s neben diversen Projekten im Alleingang weiter, jetzt, sechs Jahre nach „Scream“, ist jüngst seine fünfte Langrille „Higher Truth“ in die Plattenläden gekommen.

Inzwischen ist Mr. Cornell 51 Jahre alt und „Higher Thruth“ klingt, als lägen seine wilden Zeiten zumindest aktuell hinter ihm. Chris besinnt sich vielmehr auf ruhigere Melodien und hat häufig die Akustikklampfe im Anschlag. Einen ersten Eindruck davon vermittelte bereits die Vorab-Single „Nearly Forgot My Broken Heart“, mit der auch der Longplayer startet. Da braucht es nur wenige instrumentale Zutaten, um die grandiosen Vocals in den Mittelpunkt zu rücken, die den Hörer umgehend gefangen nehmen. Beschwingt-nachdenklich übernimmt das leicht countryeske „Dead Wishes“, ehe „Worried Moon“ mit atmosphärisch dichten Gitarrensounds und einer gut gelaunten Mundharmonika gefällt. Nicht minder stimmungsvoll setzt „Before We Disappear“ nach und das unspektakuläre „Through The Windows“ ist genau deshalb eine Wucht, weil es wie „Josephine“ oder auch „Murderer of Blue Skies“ auf jede Art von Brimborium verzichtet. Der Titeltrack „Higher Truth“ haut dann doch noch auf die Kacke – bzw. in die Tasten, denn hier ist großes Drama angesagt, was aber für den Moment auch völlig okay ist und mit dem nachfolgenden „Let Your Eyes Wander“ widmet sich der Mann mit einer der großartigsten Stimmen im Rock-Geschäft wieder den leisen Tonfolgen mit reichlich Tiefgang, bevor „Only These Words“ im Akustik-Modus Tempo macht und „Circling“ sich abermals aufs gemächliche Fingerpicking verlegt. Mit „Our Time In The Universe“ will’s Cornell dann aber doch noch mal wissen und rührt auf der Zielgeraden noch mal in allen Pötten, um einen knackigen Rocker rauszuhauen. Den hätte es im Kontext mit den anderen Stücken zwar nicht unbedingt gebraucht, große Kritik kann ich gegen die Nummer jedoch auch nicht vorbringen. Dafür verwöhnt Chris seine Fans noch mit vier Bonus-Tracks. Den Anfang macht das hymnische „Bend In The Road“, bei dem das Piano für ein gerüttelt Maß an Pathos sorgt, während das melancholische „Wrong Side“ abermals vom akustischen Sechssaiter dominiert wird, dem ein prägnanter Tieftöner und ein sachte grummelndes Schlagwerk zur Seite steht. „Misery Chain“ macht sich in seiner lakonischen Darreichungsform ganz hervorragend und als hätte er geahnt, dass dieses Lied polarisieren könnte, legt der Künstler „Our Time In The Universe“ gleich noch mal in einem rhythmusbetonten Remix auf.

Zwischendurch darf aber auch gern mal ein wenig zusätzliches Leben in den Sound kommen. Nicht, weil es den übrigen Stücken an Vitalität oder Abwechslung fehlte, sondern einfach, weil auch die etwas lebhafteren Songs schlichtweg Spaß machen. Die Stärke von „Higher Truth“ liegt jedoch ganz klar in den zurückgenommenen Arrangements, die den alten Sinnspruch „weniger ist mehr“ zu neuen Ehren kommen lassen. Da hat sich das Warten doch mal gelohnt!

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