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CHRIST VS. WARHOL - Dissent

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Artist CHRIST VS. WARHOL
Title Dissent
Homepage CHRIST VS. WARHOL
Label DANSE MACABRE
Leserbewertung
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Aus Los Angeles kommt eine Band, die britischer klingt, als so einiges, was seit den Zeiten des Post Punks zu uns rübergeschwappt ist. CHRIST VS. WARHOL haben nicht nur einen interessanten Namen, der nebenbei in mir die Frage aufkommen lässt, wer von den beiden wohl bei einem „Catfight“ siegen würde. Wer von beiden sich besser vermarkten konnte, kann ich da schon eher beantworten. Aber nein, die Band zeigt mit dem Album „Dissent“ auch, dass der Sound mindestens interessant und bestenfalls unentbehrlich ist für jeden, der die Mischung aus Death Rock, Wave, Batcave und Post Punk liebt.

Auch wenn man bei dem Intro „A New Model Of The Universe“ noch nicht ganz sicher ist was einen erwartet, so kriegt man das schon bei Nummer zwei, nämlich „Cross Of The Lorraine“, sirenenhaft gegen Ohren und Nerven geschmettert. Fast schon möchte man in Erinnerungen an SIOUXIE AND THE BANSHEES schwelgen. Düsterer als BELLA MORTE, ranziger als IGGY POP, poetisch wie ein viktorianischer Roman und gleichzeitig roh wie das Kotelett, das öfter in Homer Simpsons Traumblase auftaucht – so könnte man vielleicht das Klangbild von Eveghost, Steven James, Marzia Rangel und Geoff Bruce zusammenfassen. Man könnte auch konstatieren, dass man FAITH & THE MUSE raushört, oder CHRISTIAN DEATH, oder auch etwas von den alten THE CURE. Aber damit hätte man noch nicht die halbe Geschichte des Sounds von CHRIST VS. WARHOL erzählt. Dreckige Gitarren, treibende Drums, schrill-angenehmer Gesang, punkige Basslines und eine extreme Fähigkeit, Atmosphären zu schaffen. Als besonders gelungene Beispiele dafür möchte ich das bereits erwähnte „Cross Of The Lorraine“ hervorheben, aber auch „And If You Forget“ , „Dissent“, „Fade“, The End Is Nigh“ oder „Fool’s Gold“. Missraten jedoch ist auf „Dissent“ nicht ein einziger Song. Es ist genauer gesagt selten, dass ein Debütalbum so homogen, so abwechslungsreich und so faszinierend ist. CHRIST VS. WARHOL haben alles, was das ganz große Kino braucht: Authentische Emotionen, eine Seele, Eigenwilligkeit, Ecken und Kanten, Biss und besagtes Kotelett. Die gespenstische Stimme von EVEGHOST muss einfach als bezaubernd bezeichnet werden, den Sound modern-nostalgisch mit kitschlosem Hang zu den 80ern, die poetische Gewaltsamkeit mit der die Musik in die Gebeine eindringt dagegen kann schon fast mit Sex verglichen werden.

Man soll den Tag ja bekanntlich nicht vor dem Abend loben. CHRIST VS. WARHOL jedoch sind Kinder der Nacht, und über jedes Urteil erhaben. Für mich eines der interessantesten Alben seit langem, mit Suchtfaktor und interessanten Texten. Als ob der Poe’sche Rabe direkt in mein Wohnzimmer geflogen wäre. Ich denke damit steht auch der Sieger fest: CHRIST VS. WARHOL.

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