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CINEMASCAPE - Cold Heaven

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Artist CINEMASCAPE
Title Cold Heaven
Homepage CINEMASCAPE
Label CONZOOM RECORDS
Leserbewertung
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6.5/10 (2 Bewertungen)

Eigentlich haben die Skandinavier ja durchaus ein Händchen für Musik in allen Schattierungen, also lasse ich mich vom Cover des zweiten CINEMASCAPE-Albums „Cold Heaven” mal nicht abschrecken. Der Vierer hat sich bereits seit 2005 synthetischen Popsounds verschrieben und liebt es diesbezüglich auch gern etwas düsterer – wobei der Look der vier Schwedenhäppchen durchaus eine Prise Glamour mitbringt.

Zumindest wollen die vier Strategen Johan Jarl und Sebastian Milo (lead vocals) sowie
Marcus Johansson und Katie de Bourgh an den Keys uns das so verkaufen. Das letztjährige Debüt „The Falling Impossible“ kenne ich nicht, aber nach dem Dutzend Tracks von „Cold Heaven“ bezweifle ich, dass es sich dabei um einen Meilenstein der Musikgeschichte handelt. Was CINEMASCAPE heuer abliefern, sind schlicht und ergreifend ausgelutschte Synthie-08/15-Versatzstücke ohne jeden Tiefgang. Bei den – nennen wir sie mal – lieblichen Melodien von „Private Property“ habe ich noch ein klein wenig Hoffnung, die sich mit dem nichtssagenden „Frantic“ allerdings ziemlich schnell verflüchtigt. Was das Quartett hier präsentiert, gefällt vielleicht depressiven Gothicmädchen, die zweifellos zum schmachtenden „Silhouettes“ auf dem dunklen Dancefloor umher „schweben“ können. Dort können sie auch gleich bleiben und mit „Frozen Ground“ einen Gang zulegen – aber nur, wenn die Laune diese geradezu blitzschnellen Bewegungsabläufe zulässt. Sorry, ich neige zur Übertreibung, mehr als Midtempo ist bei den Nordlichtern nicht drin, viel lieber ist den Künstlern getragene Slow Motion, die wie im Falle von „Nuclear Skies“ mit nervigem Geflirre aus der Keyboard-Trickkiste garniert wird. Und wenn wie mit „Trespassing“ oder auch „High Hopes“ dann doch mal aufs Gas gedrückt wird, bleibt das Ergebnis trotzdem äußerst austauschbar und beliebig. In diesem Sinne geht es schließlich auch bis zum finalen „Artefacts“ weiter. Hier zeigen CINEMASCAPE noch einmal, dass ihre Tasteninstrumente auch im Streichermodus funktionieren – es kommt also noch mal ganz dicke…

Okay, zumindest einer der beiden Herren am Mikro kommt mit seiner Stimme ziemlich hoch, deshalb jedoch gleich Vergleiche mit MARC ALMOND anzustellen, halte ich dann aber doch für übertrieben. Auch SOFT-CELL-Fans sollten ihre Finger von „Cold Heaven“ lassen. Die schwarzen Schwestern mit Hello-Kitty-Täschchen mögen sich in der synthetischen Traumwelt der Schweden vielleicht ganz wohl fühlen: Also meine Damen, wenn ihr beim Arme ritzen musikalische Untermalung braucht, könnt ihr ja mal reinhören, vielleicht ist die Welt ja doch gar nicht so schlimm und womöglich sind sogar noch ein paar Stylingtipps von CINEMASCAPE für euch drin. Oder sollten die Jungs sich lieber selbst erst einmal neu orientieren?

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