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CIRITH GORGOR - Firestorm Apocalypse – Tomorrow shall know the Blackest Dawn

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Artist CIRITH GORGOR
Title Firestorm Apocalypse – Tomorrow shall know the Blackest Dawn
Homepage CIRITH GORGOR
Label KETZER RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Man kann dieser Band zumindest nicht vorwerfen, sie wüsste sich nicht zu präsentieren. Eine informativere Homepage wird man im Netz nur schwerlich finden und in Sachen Merchandising hängt man die gesamte Konkurrenz locker ab. Auch die Botschaft der Niederländer ist für eine Zeit, in der fast alle fast überall mitmischen wollen ergreifend schlicht: Schafft sämtliche organisierten Religionen ab! Dem diesbezüglichen Bildungsauftrag kommen CIRITH GORGOR außer auf musikalischer Ebene noch anderweitig nach: Frontmann Nimroth arbeitet als Grundschullehrer!

Ob er den Schülern dort auf der Wandergitarre „Eternal Damnation“ oder „The Declaration of our Neverending War“ vorspielt, konnte leider nicht in Erfahrung gebracht werden. Ob sich seine Kindergruppe zu Karneval geschlossen im Corpsepaint präsentiert ebenfalls nicht. Immerhin steht damit unumstößlich fest, dass die Band keine Angst vor Anfeindungen oder Paradoxen mitbringt – sie sind die ersten, die zugeben, dass sich diese beiden Welten grundsätzlich widersprechen. Unkonventionalität ist hier ohnehin ein eminenter Bestandteil der Philosophie. Der Opener „The Gates of Hell“ legt sofort komplex, rasend schnell und erstaunlich rockig los. Unüberhörbar an nordischen Vorbildern geschult, fühlt man sich dabei dennoch gelegentlich an eine Garagenband auf einem üblen Acidtrip erinnert – Jack White, der Satanist. Diabolischer geht es da schon bei dem mit Gewitterdonnern anhebenden „Degeneration of Mankind“ zu, welches das Tempo drosselt, doch die Harmonien spitzt. Statt auf Song und Struktur zu setzen, reiht die Formation ein Riff an das Nächste und ist dabei sogar recht findungsreich. Nur hält man nicht das gegebene Versprechen von mehr Abwechslungsreichtum: Die Masse des aufgefahrenen Materials innerhalb der Stücke ist beachtlich, doch mehr Variation zwischen den Kompositionen wäre wünschenswert gewesen. Vor allem, weil man sich überwiegend episch gibt und die Spielzeit gerne zehn Minuten überschreitet. Was am Anfang noch kreativ und kühn anmutet, macht einen zum Schluss nur noch müde: Nach einer Stunde Dauergeprügel ist man dann ziemlich mürbe. In den kürzeren, knackigeren Momenten sind CIRITH GORGOR effektiver: „Perishing Nights“ ist eine Schnellfeuer-Miniatur, bei der die dampfenden, blubbernden Gitarren sich kochend in den Hexenkessel aus frenetischen Drums ergießen. Und bei „Arcane Art“ überzeugt das Songwriting sogar völlig: Konzentriert und kernig verkneift man sich jedweden zu langen Exkurs.

Nachdem Painkiller offenbar versagten, hat nun Ketzer Records die Distribution des Werks übernommen. Rein ideologisch eine optimale Kombination, auch wenn die alte Heimat Osmose diesem ungewöhnlichen Bastard aus Eingängigkeit und Ernst möglicherweise der musikalisch bessere Partner war. Wenn es der Band gelingt, ihren ausufernden Schöpfungsdrang unter Kontrolle zu kriegen, sollten sie jedoch zu einer entscheidenden Steigerung fähig sein. Mit einem Lehrer in ihren Gefilden wissen sie schließlich, wie man die Jugend dazu kriegt, sich ihrem Willen zu beugen.

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