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CITY AND COLOUR - The Hurry And The Harm

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Artist CITY AND COLOUR
Title The Hurry And The Harm
Homepage CITY AND COLOUR
Label COOKING VINYL
Leserbewertung
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7.0/10 (3 Bewertungen)

Hinter CITY AND COLOUR steckt Dallas Green, der Gitarrist und Sänger der 2011aufgelösten Post-Hardcore-Kapelle ALEXISONFIRE. Bereits seit 2005 widmet sich der Musiker seinem Akustik-Solo-Projekt CITY AND COLOUR und veröffentlichte jetzt das vierte Album „The Hurry And The Harm“. Ganz allein war er bei den Aufnahmen zu dieser Langrille allerdings nicht, denn es gab prominente Unterstützung von Bassist Jack Lawrence (THE RACONTEURS, THE DEAD WEATHER), Keyboarder Bo Koster (MY MORNING JACKET), James Gadson (BILL WITHERS, B.B. KING), der bei zwei Songs den Drummer Matt Chamberlain (PEARL JAM) ablöste, Spencer Cullum jr. (CAITLIN ROSE) bediente die Pedal-Steel-Gitarre und an Cello und Geige wirkten Anthony Lamarchina bzw. Karen Winkelmann. An den Reglern im Tonstudio in Nashville/Tennessee agierte Alex Newport, der bereits Bands wie AT THE DRIVE-IN, DEATH CAB FOR CUTIE oder THE MARS VOLTA produziert hat und auch schon beim CITY-AND-COLOUR-Silberling „Little Hell“ aus 2011 mit von der Partie war.

Nun gut, Dallas Green hat also wieder die Akustikklampfe ausgepackt und präsentiert ein Dutzend Stücke voller Melancholie und Gefühl. Angefangen beim emotionsgeladenen Titeltrack „The Hurry And The Harm“, bei dem sogleich die Pedal-Steel-Gitarre im Ohr hängen bleibt. Der Sound wächst bedächtig und erfährt Unterstützung von Strom-Sechssaiter und Schlagzeug. Das folkige „Harder Than Stone“ changiert derweil zwischen Slow Motion und Midtempo, bevor das getragene „Of Space And Time“ von der Zeit berichtet, als ALEXISONFIRE eigentlich schon Geschichte waren, dieser Umstand allerdings noch nicht offiziell war. Der Blick zurück klingt heuer ein wenig wehmütig, gleichzeitig hört man jedoch auch raus, dass der Kanadier jetzt eindeutig sein Ding macht. Schwungvoll schließt sich „The Lonely Life“ an, während „Paradise“ durchaus Pop-Potenzial hat und „Commentators“ die Köpfe nicken und Füße wippen lässt. Eines meiner Highlights ist das bassbetonte „Thirst“, bei dem es ordentlich grummelt, ehe das dunkel anmutende „Two Coins“ einen Bogen zum Debüt „Sometimes“ schlägt. Derweil beschränkt sich das zu Herzen gehende „Take Care“ zunächst auf den hohen Gesang des Kanadiers und eine akustische Langaxt, um schließlich noch zurückhaltende Streicher ins Boot zu holen. Als Soundtrack für eine Fahrt auf einem staubigen Wüsten-Highway empfiehlt sich einer meiner weiteren Favoriten: „Ladies And Gentleman“ beschert selbst bei 40° im Schatten noch eine wohlige Gänsehaut – versprochen! Deutlich reduzierter, aber nicht weniger schön ist „The Golden State“ ausgefallen und in diesem Sinne startet auch das finale „Death’s Song“, um am Ende noch einmal zum großen Rundumschlag auszuholen.

Dallas Green beweist mit „The Hurry And The Harm“ und CITY AND COLOUR auf ein Neues, dass die Krachlatten gar nicht immer Krach machen müssen und manchmal weniger einfach mehr ist. Seine Akustikmucke mit dezentem Folk-Einschlag hat gehörigen Tiefgang, kommt ohne jedes Pathos aus und ist ohne Zweifel mehr als nur Kerzenschein-Musik für die Freundinnen der Jungs, die auf ALEXISONFIRE stehen.

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