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CLAUS GRABKE - Deadly Bossanova

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Artist CLAUS GRABKE
Title Deadly Bossanova
Homepage CLAUS GRABKE
Label NOIS-O-LUTION
Leserbewertung
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7.5/10 (6 Bewertungen)

Das, was CLAUS GRABKE tut, ist intensiv. Sein ganzes Leben, wahlweise als Skateboarder, MTV-Moderator, Fashiondesigner oder Musiker. Die Musik (insbesondere die unter seinem Namen verlegte) scheint dabei kanalisierend zu wirken, wohl auch verstärkend – auf alle Fälle wütend, roh und in jeder Hörweise bombastisch.

Der Titeltrack fackelt nicht lange und fordert das Volk zum Tanzen auf. Harte, scheppernde Beats, raue Gitarren und vor Energie ächzende Verstärker gehen an die Grenzen. Grenzen ausloten will Grabke auch, jeder Titel selbst produziert und selbst geschrieben (bis auf das Kraftwerk-Cover „Radioactivity“). Das geht soweit, dass „Slave to your feelings“ wie ein Vorschlaghammer in den Eingeweiden meiner Großmutter wütet. Dreckig roh stampfen die Bässe den raunenden Gesang zurecht, welcher in seiner Aggressivität nur von den schnarrenden Gitarrenriffs übertroffen wird. Die Saiteninstrumente schicken einen Tsunami durchs Gehör, welcher elektrifizierend die Blutbahnen in Brand steckt und willenlos den Körper zum Sklaven der Rhythmen macht. „Radioactivity“ verseucht das Gehör mit seinen Effektüberlagerungen, welche dem Gesang eine manische Erscheinung verleihen, wovon „Still a Caveman“ mit seinen wie Felsen herabstürzenden Riffs glücklicherweise verschont bleibt. Straighter Sprechgesang (von klopfenden Beats untergraben) bringt Grabkes persönliche Ansichten zur Gesellschaft ins Spiel. Davon hat der Gütersloher jede Menge, „Deadly Bossanova“ ist allerdings weniger ein „politisches“ als „intimes“ Album. „Stranger“ spuckt und plärrt solches in die krächzenden, sägenden Gitarren und knarzenden, auf Vollausschlag belasteten, Lautsprecher. Geschont werden diese wirklich nicht, auch „Running Man“ und „“Wipe it away“ lassen die Druckluft in den Raum strömen.

Wo CLAUS GRABKE die Energie hernimmt, um seinen vielen „Hobbys“ nachzugehen, weiß kein Mensch – weshalb man ihn wohl auch als einen echten „Maniac“ bezeichnen darf, was auch auf sein Album „Deadly Bossanova“ sehr gut zutrifft. Derart aggressive, energische Rockmusik mit 70ies Einschlag erlebt man selten. Die Beruhigungspillen sollte man schon in Reichweite liegen haben…

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