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CLIENT - Command

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Artist CLIENT
Title Command
Homepage CLIENT
Label OUT OF LINE
Leserbewertung
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5.1/10 (12 Bewertungen)

Militärästhetik in mausgrau – der passende Titel: „Command“! Die sehr ansehnlichen CLIENT-Damen baden mal wieder in ihren selbst erschaffenen Klischees, die sie bisher sehr erfolgreich durch 3 Alben und unzählige Live-Auftritte getragen haben. Ihr viertes Werk ist das 2te für Out of Line und ich muss gestehen, dass mir der Vorgänger „Heartland“ ein wenig zu seicht war. Kaum Ecken und Kanten, zu club-orientiert. Nun ist der Electro Minimal Pop Avantgarde Sound der Klientinnen ein wenig limitiert und der ganz große Überraschungseffekt bleibt nach so vielen Jahren zwangsläufig auf der Strecke. Doch jetzt zu Befehl, die Hacken zusammengeschlagen und die Lauscher gespitzt. 37 Minuten scheinen mir auf den ersten Blick etwas mager, auf den 2ten auch. Gut, dass es die Limited Edition mit Bonus Disc gibt, die 5 Remixe, 3 Videos und 1 Making of enthält.

Schnell wird offensichtlich, dass es Kate und Sarah wieder reduzierter angehen. Analoger obendrein, was der ganzen Chose einen warmen, leicht trashigen Anstrich verpasst. Meinen Segen hierfür, dafür könnten die Vocals ein wenig „schärfer“ sein, wenn ich schon Befehle ausführen soll, dann möchte ich doch auch schneidig „angemacht“ werden. Leider hat man sich mit „Your Love is like Petrol“ einen ziemlich langweiligen Opener ausgesucht, der abseits der schönen Wortspiele ohne jeden großen Aha-Effekt vor sich hin plätschert. Die Download-Single „Can you feel“ kann da schon mehr reißen: Ein Standard-Kompakt CLIENT-Hit, der aber nicht an die ganz großen Kompositionen der Vergangenheit anschließen kann (remember „In it for the Money“?). Richtig gut wird es erst mit „Make me believe in you“, bezeichnenderweise eine Coverversion, die im Original aus dem Jahre 1974 und von der Legende CURTIS MAYFIELD stammt. Sehr schön perlend und clubbig in die Jetztzeit geholt – Ein erstes Ausrufezeichen! Dass man mit der Titelwahl nicht ganz innovativ war, beweisen „Ghosts“, siehe LADYTRON, die ja zu den direkten Genre Konkurrenten zählen, sowie „Son of a Gun“ (u.a. NIRVANA). Dafür hat man mit „Blackheart“ und „Satisfaction“ noch 2 richtig starke Songs in der Hinterhand, die mit interessanten Effekten, Piepen und Fiepen aus den vorgegebenen Schemata ausbrechen. Ansonsten viel Chillout-Athmo, die nicht immer auf den Punkt kommt und eher vom Kopfkino und den Production Values lebt.

Der Audioteil der Zusatzscheibe enthält 4 Remixe (3 mal „Can you feel“), dazu den Non Album Track „Soldier“, der kurz, knackig und repetetiv ausfällt. Besonders hervorzuheben die AUTO AUTO Variante von „Your Love is…“, die das Original tatsächlich zum Leben erweckt. Was einige zusätzliche Synthie Effekte so alles bewirken können, der latente 80er Touch tut das Übrige hinzu.

Demnach würde ich einen blinden Kaufbefehl nur für eingefleischte CLIENT bzw. Genre Fans aussprechen, insgesamt wirkt mir „Command“ zwar schlüssiger als der Vorgänger, der ein oder andere lustlose Titel schlägt allerdings etwas aufs Gemüt. Dennoch ist ein leichter Aufwärtstrend erkennbar und auf die Live-Konzerte dürfen sich Vertreter beiderlei Geschlechts vorbehaltlos freuen, denn nur auf der Bühne entfalten die Mädels ihr einzigartiges Können.

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