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CLIPPING - CLPPNG

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Artist CLIPPING
Title CLPPNG
Homepage CLIPPING
Label SUB POP
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Huch, da spricht aber jemand sehr, sehr schnell im Intro. Eines ist danach aber schon mal klar: CLIPPING machen wortgewaltigen Hip Hop mit minimaler Instrumentierung. „CLPPNG“ ist das Debüt der beiden Produzenten Jonathan Snipes und William Hutson, die zusammen mit Fronter Daveed D. Diggs als CLIPPING firmieren.

Was man in den Songs hört, sind neben den Stimmen nicht unbedingt Instrumente, sondern durchaus auch Alltagssounds wie fließendes Wasser, fallende Schüsseln oder brechendes Glas – immer mal wieder kombiniert mit aufheulenden Alarmanlagen. Alles in allem nicht unbedingt Mainstream, wie auch das monoton wummernde „Body & Blood“ beweist. „Work Work“ (feat. COCC PISTOL CREE) schließt sich dem mit wütendem weiblichen Gastgesang an, während „Summertime“ (feat. KING T) nun mal so gar nichts von einem entspannten Tag in der Sonne hat – obwohl, ich weiß natürlich nicht, wie sich so ein Tag irgendwo in der Hood gestaltet. Hier wirkt das Ganze zumindest ganz schön angepisst, wozu auch der Maschinengewehr-Flow von Taking Off“ passt. „Tonight“ (feat. GANGSTA BOO) klingt derweil ein wenig nach Dirty-South-Rap vom Anfang der Nuller Jahre, während das reduzierte „Dream“ wörtlich NOTORIOUS B.I.G.s ersten Part in „Juicy“ zitiert. Man muss wohl einiges an Nervenstärke mitbringen, damit man vom Weckergepiepe auf „Get Up“ (feat. MARIEL JACODA) nicht völlig gaga wird, woran auch die  R’n’B-Hooks der Dame am Mikro wenig ändern. Wie gesagt, die Mucke ist speziell, daran tut sich beim Haudrauf-Sound von „Or Die“ (feat. GUCE) ebenso wenig etwas wie beim gleichförmigen „Inside Out“. „Story 2“ wirkt im Vergleich fast schon eingängig, aber da kommt dann ja auch schon „Dominoes“ ums Eck, bei dem wieder das ganz große Hip-Hop-Geschütz aufgefahren wird. „Ends“ erweckt derweil über weite Strecken den Eindruck, als hätte sich die CD im Player aufgehängt und den „Williams Mix“ (feat. TOM ERBE) bringe ich spontan mit einem schnellen Sendersuchlauf im Radio in Verbindung.

Okay, ich gestehe, dass ich kein großer Kenner der Hip-Hop- und Rap-Szene bin. Schon gar nicht, wenn wir uns auf so abseitigem Terrain bewegen, wie es bei CLIPPING der Fall ist. Wer die FANTASTISCHEN VIER oder FETTES BROT super findet, sollte „CLPPNG“ auf jeden Fall mit Vorsicht genießen: Hier geht es eindeutig wesentlich experimenteller zu – für meinen Geschmack ein wenig zu schräg und dissonant.

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