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CLUESO - Stadtrandlichter

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Artist CLUESO
Title Stadtrandlichter
Homepage CLUESO
Label TEXT UND TON
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

CLUESO hat die Lampen an, genauer gesagt die „Stadtrandlichter“, denn so heißt sein sechstes Studio-Album, das erstmals und in völliger Eigenregie auf dem eigenen, nach CLUESOs 2001er Debüt benannten Label Text und Ton erschienen ist. In der Zwischenzeit hat Thomas Hübner aka CLUESO fünfmal Gold und zweimal Platin geholt und über eine Million Tonträger verkauft. Er hat mit Niedecken, Grönemeyer, den FANTA 4 und UDO LINDENBERG gespielt, der übrigens auch bei „Stadtrandlichter“ mit von der Partie ist.

„Sein Song“ heißt der treibende Track, bei dem der näselnde Mann mit Hut und Sonnenbrille involviert war. Ein Lied, das vermutlich auch ein wenig von der Jugend des heute 34-jährigen Sängers, Rappers, Songwriters, Produzenten und Autoren erzählt, der seinen jüngsten Silberling mit dem verspielten „Pack meine Sachen“ eröffnet. Es geht auf die Reise – sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft. Die smoothe Vorab-Single „Freidrehen“ kennt man bereits aus dem Radio und vom Indie-Dancefloor, während mit „Alles leuchtet“ dezent unterkühlte TripHop-Sounds das Älterwerden und Aufschieben von Entscheidungen beschreiben. Das nachdenkliche „Wach auf“ klingt nach einer Jam-Session, bei der neben Pop auch Platz für Funk und Jazz war, ehe „Unter Strom“ sich mit viel Gefühl und einem Hauch Exotik aufs Wesentliche konzentriert. Die emotionale Stimmung nimmt auch das kurz gehaltene „Okay“ mit seinem akustischen Finger-Picking auf, gleiches gilt für „Lass den Kopf nicht hängen“, bei dem das eigene Scheitern in bester CLUESO-Manier zum Thema wird. „Still“ schließt sich nach einer von insgesamt drei Interluden groovig an, wohingegen sich „Ich falle noch“ gemächlich Zeit lässt. „Geradeaus“ geht’s mit knackigen Blues-Rhythmen weiter, „Galerie“ serviert feine, kleine Heartbeats mit Tiefgang, um am Ende ganz „Nebenbei“ einen großartigen, zu Herzen gehenden Abschluss zu zaubern.

CLUESO war nie der Typ für die lauten Kracher. Der Erfurter lässt es lieber etwas leiser, aber keinesfalls gemächlicher angehen. Dabei setzt er inzwischen komplett auf DIY – wenn man davon bei knapp 20 Mitarbeiter noch sprechen kann, die der von ihm mitgegründete Zughafen im Erfurter Güterbahnhof beschäftigt. Von Management bis Merchandise, Musikverlag bis Catering, Ticketsystem bis Tourproduktion läuft hier alles zusammen, was mit CLUESOs Karriere und Musik zu tun hat. Gleichzeitig ist der Zughafen aber auch ein Anziehungspunkt für allerlei kreative Köpfe und ein innovatives regionales Netzwerk rund um das Produkt Musik. Übrigens hat CLUESO noch zwei unveröffentlichte Platten im Giftschrank liegen. Ob und wann die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, steht jedoch noch in den Sternen. Deshalb empfehle ich, zunächst auf „Stadtrandlichter“ zurückzugreifen, das anders als „Freidrehen“ vermuten ließe, im Gegensatz zum 2011er Vorgänger „An und für sich“ mehr Platz für organische Gitarren lässt und die Synthies ein bisschen in den Hintergrund rückt.

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