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COG - Sharing Space

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Artist COG
Title Sharing Space
Homepage COG
Label SUPERBALL RECORDS
Leserbewertung
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5.5/10 (2 Bewertungen)

Drei Jahre nach ihrer ersten Langrille „The New Normal” legt das australische Progrock-Dreigestirn COG mit „Sharing Space“ nach. Es war wohl eine schwere Geburt, denn aus den geplanten vier Monaten im kalifornischen Studio wurden unterm Strich satte zehn, in denen aber auch über 70 Minuten Musik zusammengetragen wurden, die auf dem aktuellen Silberling das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Natürlich zählt nicht nur Quantität, sondern in erster Linie Qualität, aber auch da haben sich die Brüder Flynn (voc & guit) und Luke (bass) Gower nebst Drummer Lucius Borich nichts vorzuwerfen.

Eingebettet ist das Album in zwei zehnminütige Epen, wobei „No Other Way“ den sehr progressiven Anfang macht. Wie sagt Lucius so schön: „Die Leuten sollen denken: Okay, ich kann mir entweder einen dicken Joint drehen oder mir einen Tee kochen.“. Zu lange sollten sie allerdings nicht in der Küche bleiben oder sie müssten die Musik laut genug aufdrehen, um nichts vom komplexen Sound der Aussies zu verpassen. Bei „Are You Interested?“ setzt sich der mit einer signifikanten Gitarrenlinie und direkten Hooks fort, während Flynns waghalsige Gesangsakrobatik die Dringlichkeit von „The Movies Over“ unterstreicht, um bei der ersten Singleauskopplung „What If“ utopischen Optimismus zum Ausdruck zu bringen. „Bird of Feather“ ist wohl die persönlichste Nummer der Scheibe – eine gefühlsbetonte und sehr kraftvolle Hymne an die dreijährige Tochter des Fronters, die fast ein Jahr auf ihren Daddy verzichten musste. Mein Favorit! Nicht von schlechten Eltern ist jedoch auch „Swamp“, das mit wiederkehrenden archaischen Mantras und einem gigantischen Groove eine Intensität aufbaut, die schlussendlich ein einer packenden Melodie mündet. Der Titelsong „Sharing Space“ schafft derweil eine brennende Atmosphäre aus vielschichtigen Harmonien und einem dichten Instrumententeppich und stellt den neuen klanglichen COG-Standard dar, weshalb der Track auch zum Aushängeschild der zweiten VÖ gewählt wurde. Luke Gowers geschmeidige Basslinie kündigt im Folgenden den bittersüßen Abschiedskuss von „Say Your Last Goodbye“ an, wohingegen die zarten akustischen Pinselstriche beim gefühlvollen „How Long“ eine komplett andere Seite und Dynamik der Band zeigen. „The Town of Lincoln“ nimmt wieder Fahrt auf und leitet mit seiner aufwieglerischen Parabel direkt zu „Bitter Pills“ über. Hier entfalten sich existenzielle und poetische Texte an überlappenden Synthesizer-Linien und warmen Akustikgitarren – in seiner feinen und doch sehr druckvollen Schönheit mein zweites Highlight. „Four Walls“ untersucht die prekäre Balance zwischen Klaustrophobie und Agoraphobie und weiß dies musikalisch hervorragend umzusetzen, bevor der Powerhouse-Epos „Problem Reaction Solution“ den Kreis schließt.

Nicht zu Unrecht haben es die Jungs von COG, die bereits seit High School-Tagen befreundet sind und 1998 die Kapelle gegründet haben, mit „Sharing Space“ bis auf Platz 2 der australischen Charts geschafft. Die Platte strotzt vor energiegeladener Spielfreude, die im Vergleich zum Vorgänger mehr Ausdruck durch klanggewaltige Keyboards, Synthesizer, Klavier, Violinen, mehrstimmige Gesänge und Harmonien erhalten hat. Natürlich durften auch krachende Gitarren und eine knackige Rhythmusfraktion nicht fehlen, so dass dem progressiven Alternative-Heavy-Rock mit diesem Longplayer ein wunderbares Geschenk gemacht wurde.

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