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COLD SNAP - World War 3

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Artist COLD SNAP
Title World War 3
Homepage COLD SNAP
Label MIG MUSIC
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Kriegsschauplatz vor blutrotem Himmel gleich puristischer Death Metal? Das Auge isst ja bekanntlich mit, doch im Falle von COLD SNAP lässt sich der Hörer damit zu leicht in die Irre führen. Tatsächlich ist (relativ) klassischer Nu Metal die Essenz des dritten Albums „World War 3“, ohne dass man dem Extrem-Sound der jüngeren Metal- und Core-Vergangenheit wirklich fern wäre. „KORN meets Breakdown“ reicht sicherlich nicht aus, um das Handwerk der Kroaten auf den Punkt zu bringen. Wer um die Jahrtausendwende die Plattennadel passieren durfte, können die zwölf Stücke jedoch genau so wenig verschleiern.

SLIPKNOT zum Beispiel scheinen ganz oben auf der Liste zu stehen.  Groovige Walzen zwischen Mid- und Uptempo erinnern gerade an die frühen Phasen der Maskenmänner, denen auch mit einigen weirden, noisigen Gitarren-Spielereien gedacht wird. Hinzu kommen fein gehackte Industrial-Riffs und passend getimte Breakdowns aus der Metalcore-Schmiede, die vom variabel zwischen Sprech-, Klar- und gutturalem Gesang pendelnden Sänger Jan Kerekes abgerundet werden. Der Mix gefällt vor allem, wenn es ziemlich direkt in die Vollen geht, so beim Opener „Straight to Hell“ der Fall. Auch das Reggae-artige „Carnival“ kann im Anschluss punkten, und das Konzept hält das Interesse des Hörers in der ersten Albumhälfte stabil. Doch mit zunehmenden Intro-Spielereien und immer komischeren musikalischen Wechselspielen verpassen COLD SNAP die Chance, über die großzügige Gesamtlänge hinweg zu fesseln. Rezitation der vorangegangenen Tracks gewinnt mehr und mehr die Überhand, und verstörendes Elektro-Geschrammel wie „Freedom“ zieht die Scheibe völlig unnötig in die Länge. Zu schade, dass man so zu vorzeitiger Kapitulation gebracht wird. Denn mit „My Emptiness“ setzt die Scheibe einen langen und doch eingängigen, starken Schlusspunkt am Ende einer eher dürftigen zweiten Hälfte.

Der Ansatz gefällt und könnte im biederen Hardkern-Einerlei dauerhafte Abwechslung bringen. Doch die Kroaten wollen hier zu viel und verlieren dabei schlussendlich den Überblick, sodass „World War 3“ – trotz Qualitätssiegel von Tue Madsen – nicht auf voller Länge begeistern kann. Die Hälfte der Spielzeit hätte es definitiv auch getan!

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