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COLOSSEUM - Chapter 3: Parasomnia

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Artist COLOSSEUM
Title Chapter 3: Parasomnia
Homepage COLOSSEUM
Label FIREBOX
Leserbewertung
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9.0/10 (4 Bewertungen)

COLOSSEUM (auf keinen Fall zu verwechseln mit der alternden Jazz Rock-Legende der Siebziger) bringen mit „Chapter 3: Parasomnia“ das dritte und letzte Kapitel ihrer lediglich 5 Jahre währenden Schaffensperiode heraus. Der traurige Hintergrund dieser Tatsache ist der Tod von Bandgründer, Mastermind, Sänger und Gitarrist Juhani Palomäki, der kurz nach den Aufnahmen für dieses Album aus unbekannter Ursache im Alter von 32 Jahren verstarb.

Das nun zu seinen Ehren erschienene, 65-minütige Epos ist sozusagen sein ganz persönliches Requiem, und es als solches zu begreifen, fällt angesichts des tiefdunklen Pathos und der schieren Wucht der 5 (!!!) Songs alles andere als schwer. Es mag zynisch erscheinen, vor diesem Hintergrund den Begriff Funeral Doom zu verwenden, aber genau darum handelt es sich hier. Wir reden also von Stücken, die sich im Bereich zwischen 10 und 25 Minuten bewegen, im Zeitlupentempo vorgetragen werden, das Thema Tod thematisieren und passend dazu nicht nur extrem dunkel, sondern im Falle von COLOSSEUM auch verdammt heavy sind. Diese Heavyness bezieht „Chapter 3: Parasomnia“ zum einen aus der ultrafetten Produktion, für die der zweite Gitarrist Olli Haaranen verantwortlich zeichnet, und die sowohl die tonnenschweren Riffs der Band, als auch die zusätzlich integrierten Streicher, Bläser und Chöre hervorragend zur Geltung bringt. Zum anderen ist es die Art und Weise, wie es COLOSSEUM gelingt, die traditionell in so gearteter Musik vorhandene, gefühlte Leere mit einer ungeheuren Leidenschaft zu füllen. Es ist die Hingabe, mit der sich die vier Finnen in der gähnenden Tiefe dieses wertlosen Nichts namens „Dasein“ wälzen, die dem Album trotz aller Grabeskälte diese heimelig wirkende, wohlige Wärme verleiht, und die sich ausdrückt in schwelgerischen Gitarrenmelodien, die manchmal fast romantisch anmuten. Die sehr geschickt arrangierten, episch-orchestralen Elemente, die in der Tradition der Klassik stehen, bilden zwar auf der einen Seite einen starken Kontrast zu diesen Melodien, fügen sich jedoch im Endeffekt durch die Verbindung mit den harschen Death Grunts Palomäkis und den erwähnten, schweren Metal-Riffs äußerst homogen in das Gesamtkonzept ein.

Alles in allem eine sehr gute Alternative zur post-winterlichen „Sunshine Reggae“-Atmosphäre und bestimmt heilsam gegen drohende Frühlingsgefühle. Wem A STORM OF LIGHT zu fröhlich, SUNN O))) zu ambient und BOHREN UND DER CLUB OF GORE zu seicht sind, der sollte hier definitiv zugreifen. Es lohnt sich.

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