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COMBICHRIST - Making Monsters

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Artist COMBICHRIST
Title Making Monsters
Homepage COMBICHRIST
Label OUT OF LINE
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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6.7/10 (11 Bewertungen)

7 EPs und 5 Alben in 8 Jahren “Band”-Existenz. Mangelnden Fleiß kann man Andy LaPlegua nicht unterstellen. Mangelnde Innovation nach „Making Monsters“ schon gar nicht. Er entfernt sich hier deutlich vom bisherigen harten Club Sound und gibt sich so variabel wie nie zuvor, das PANZER AG-Projekt mal außer Acht gelassen. Damit wird er sich in der mental eher unbeweglichen Cyber Gothen-Szene die eine oder andere blinkende äh blutige Nase holen, entsprechende Kommentare im Weltnetz unterstützen diese These. Nun kann sich der Rezensent selber für einige der harten Klopfer aus COMBICHRISTs Oeuvre erwärmen, die zwar bisweilen etwas stumpf aber mit einem enormen Drive für Extremen Body Move sorgen. Die Mischung macht es eben und die letzten Alben beherbergten durchaus auch Füllmaterial. Nun erschaffen wir also unsere eigenen Monster…

Wie mein geschätzter Kollege Neo bereits bei seiner Single Rezension von „Never Surrender“ feststellte, tendiert diese ein wenig in Richtung PRODIGY aber auch FADERHEAD, zumindest letztgenannte Referenz kommt hinsichtlich der Vocals häufiger zum tragen, denn Andy versucht sich des Öfteren am Clean Gesang. Dabei werden ihm zwar ein wenig die Grenzen aufgezeigt, doch klingt das andererseits auch charmant und vor allem prägnant. Aber das ist noch lange nicht alles, die Tracks wechseln von ruhig/ melancholisch bis hin zu trancig/ krachig/ beatig, ungemein vielschichtig sind die Kompositionen ausgefallen. Es dauert eine Weile, bis man sich in der „neuen“ COMBICHRIST-Welt zurechtfindet, und manch ein Weg endet auch in einer Sackgasse, doch der Aufwand lohnt definitiv. „Sperrig“ ist hier wohl der richtige Begriff, der auf Songs wie „Throat Full of Glass“ oder „Forgotten“ zutrifft. Mit Brechern wie dem Quasi-Opener „Follow the Trail of Blood“ (inklusive einer aggressiven Performance von BLEEDING THROUGHs Brandon Schieppati) und der Plegua-typischen Sex and Splatter-Lyrik dürfte in Teilen auch die alte Belegschaft leben können, doch eine „Ballade“ wie „Through These Eyes of Pain“ könnte die Geduld auf eine harte Probe stellen. Dazu hier etwas klassischer EBM, da etwas Trance, dort NIN-artiger Industrial Rock. Wo die wilden Kerle wohnen, ist die Soundlandschaft zerklüftet.

Ein Resümee zu fällen, scheint schwierig, eine eindeutige Kaufempfehlung zu geben… riskant. Diejenigen, welche COMBICHRIST immer mit brettigem Aggro Electro und genial-plakativen Refrains assoziiert haben, sollten erst einmal Probe hören. Oder auch mehrfach. Der „neue“ Mittelweg zwischen Kunst und Kommerz, Komposition und „Track“ lohnt definitiv, ohne aber vollends zu begeistern. Vielleicht wird man „Making Monsters“ retrospektiv als Album des Übergangs erkennen. In der Limited Edition übrigens plus Live DVD, die ein paar Clips u.a. aus Hamburg enthält.

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