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COMBICHRIST - Today we are all Demons

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Artist COMBICHRIST
Title Today we are all Demons
Homepage COMBICHRIST
Label OUT OF LINE
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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6.7/10 (9 Bewertungen)

Nachdem er die Messlatte bereits mit den Vorgängern extrem hoch angelegt hat, schickt sich Frisurenwunder LaPlegua auch mit seinem neuesten Werk wieder an, die schwarze Szene in Tanzbereitschaft zu versetzen. „Heute sind wir alle Dämonen“, die Augen funkeln und die gestylten Körper zerfetzen den Kunstnebel zu aggressiver Techno Body Music. Was der Norweger auf seinem vierten Werk in Punkto Songwriting aufbietet, zerfetzt 98 Prozent der Konkurrenz mal eben mit einem Stahlgewitter. Der perfekte Sound, die teils organisch eingespielten Drums, der Variantenreichtum in der Stimme – das alles ordnet sich einem Leitprinzip unter: Es muss grooven wie Hölle.

Der Quasi Opener „All Pain is Gone“ ist eine absolute Granate, treibend, eingängig, perfekt ausgearbeitet und eine Stimmungsgarantie für jeden Electro Club. Bereits hier fällt der im Vergleich zum Vorgänger etwas „trockenere“ Sound auf. Besonders bemerkbar bei der NITZER EBB-Hommage „Can’t change the Beat“, wo nicht nur der Titel an selige Früh-90er erinnert. Alles mit einem modernen Zuckerguss versehen natürlich. „Kickstart the Fight“ bietet sonische Wellenbewegungen und einen Gastauftritt von GENETORTURERS’ GEN auf. Der beißende Aggrotech, den „Sent to Destroy“ verbreitet, kennt man bereits von der vorgelagerten EP. Das damals noch instrumentale „The Kill“ ist hier ebenfalls vertreten. Mit „New Form of Silence“ existiert auch einen noisiger Track, auf den Rhythmus reduziert und mit Sprechgesang ausgestattet. Ansonsten gibt es auf den knapp 79 Minuten (!) nahezu durchgängig auf die Glocke, dennoch wird mittels vieler kleiner Details und Effekte Raum für Abwechslung kreiert. Stillsitzen ist beinahe unmöglich bei dieser Frontalattacke auf die sensorischen Systeme. Ingesamt deutlich Song-orientierter und damit ein Schritt zurück in die eigene Vergangenheit. Der Bonus-Tonträger enthält noch einmal knapp 60 Minuten Musik, woher nimmt der Combichritter eigentlich all seine Kreativität? Hört sich wie ein langes DJ-Set an, experimenteller und collagenartiger, ohne Gesangslinien.

Wie viele innere Dämonen muss ein Künstler besitzen, um diese geradezu manischen Kompositionen abzuliefern? Im Gegensatz zu einigen Kollegen, nimmt man Andy die Besessenheit in punkto Sex, Gewalt und Guter Laune jederzeit ab. Mit dieser Trumpfkarte im Ärmel dürfte es für COMBICHRIST live demnächst schwer werden, für die Setlist zu selektieren. Luxusproblem. Und nun gehet hin und tanzet, all ihr kleinen Dämonen der Seele…

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