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COMPEST - Benu

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Artist COMPEST
Title Benu
Homepage COMPEST
Label TAALEM
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Die ca. 20 Minuten währende 3 Zoll aus dem Hause Martin Steinebach ist die zweite Veröffentlichung nach „Kryptozoologie“ unter dem Namen COMPEST. Diese Wortneuschöpfung ist die wörtliche Synthese der vorangegangenen Projekte des elektronischen Musikers: Das „CO“ verweist auf CONSCIENTIA, „M“ auf MONOID, „PE“ auf PECATTI und „ST“ auf STILLSTAND.

Das Schöpfen von Künstlern aus den verschiedensten Spielarten des Genres – von Industrial über Dark Ambient bis hin zu ethnohaften Ritualsounds – zeigt die unverkennbare Nähe des oftmals zu zersplitterten Auswurfes auf dem Dunkel-Synthetik-Musiksektor. Die minuziöse Zersplitterung von Klangexponaten, einerseits nominell andererseits konzeptionell, soll, so scheint es, durch das Aufgreifen archaischer Mythen bei COMPEST transzendieren. Wunderbarer Dark Ambient Ritual lädt einen auf „Benu“ zu einer Reise in ägyptische Mythen und kollektive Symbolik ein. Benu ist ein von Ra, dem ägyptischen Sonnengott gesandter Bote, der auf die Inkarnation des Osiris verweist. Dieser mythologische Vogel ist dem griechischen Phönix sehr ähnlich, der immer neu entsteht. So wird auf dieser VÖ die Geburt des Lichtes in einer vernebelten Somnulenz gefeiert. Es wandelt sich der Klang von einem „Gekröse“ hin zu immer mehr Struktur. Jedoch wird die Polarität von Ethno-Rhythmik und mechanischem Klanggebreie nicht wirklich überwunden, die Klangebenen wirken teilweise gegeneinander. Man fühlt sich so zerrissen, wie ein Osiris es gewesen sein mag.

Inwieweit also die sprachliche Synthese von anderen Projekten Martin Steinebachs auch musikalisch erfolgreich ist, oder doch nur ein weiteres Mosaik im Gesamtschaffen des Musikers bleibt, soll an dieser Stelle mal offen bleiben. Die Verwendung von Ethno-Elementen halte ich jedoch für originell, was COMPEST sehr hörenswert macht.

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