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CONFESS - Jail

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Artist CONFESS
Title Jail
Homepage CONFESS
Label SG RECORDS
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Skandinavien lieferte in den letzten Jahren einiges an blutjungen Rockmusikern, die sich locker an den alten Meistern der Kunst messen können. Die neuste Entdeckung unter ihnen sind CONFESS aus Stockholm. „Jail“ ist gerade ihr erster Longplayer, seit knapp 3 Monaten ist dieser auf dem Markt und schon haben sie in Deutschland im Lichtenfelser Club Paunchy Cats gespielt. Ich wage einmal zu behaupten, dass wir in Zukunft noch einiges von diesen Jungs hören werden, weshalb ich sie euch heute vorstellen will.

Sänger John Elliot gründete die Band Ende 2008, seitdem kam einer nach dem anderen dazu, sie haben ein paar Singles und eine EP aufgenommen und am 4. April dieses Jahres kam endlich das erste offizielle Album „Jail“ auf den Markt. Dass es sich um ein Debut handelt, mag man allerdings nur ungern glauben. Schwarz, grau, rot, wild, rau, dreckig und unverfälscht kommt das gesamte Design daher. Schon der Schriftzug erinnert an den von SKID ROW, und da wohl keiner Etikettenschwindel begehen will, steckt auch viel SKID ROW drin. Man muss dazu nur mal auf die Texte achten. Da wird kein Blatt vor den Mund genommen und irgendwie doch noch eine gewisse Poetik gefunden: „He’s from the outskirts/ He’s just another trash/ Lives for the night life/ A street kid who will crash.”

Dies ist nur ein kleines Beispiel für eine ganz schön große Portion Schonungslosigkeit. Am heftigsten ist wohl das auf den ersten Blick recht ruhig klingende „Take Aim“… findet es heraus. Sowieso schaffen es CONFESS, ihre knallharten Themen immer wieder in so melodisch schöne Kompositionen zu packen, dass die Sache ins Zynische zu driften scheint. Die Lyrics à la SKID ROW, eine Optik, die noch weiter geht als CRASHDIET und ein Sound der von so angenehm wie H.E.A.T. bis zu fürchterlich kratzig und bissig herumtigert – das sind CONFESS. Selbstverständlich mit einer deftigen Brise Eigensinnigkeit und einer Kälte, die ihresgleichen sucht. Allerdings eine Kälte, die erfrischt und angenehme Schauer durch den Körper jagt.

Am liebsten würde ich noch ganz viele weitere Textausschnitte zitieren, werde es mir aber verkneifen, damit ihr selbst neugierig darauf werdet. Allein der Songtitel „Sin & Tonic“ gefällt mir schon, „Relationshit“ dagegen ist unter Fans längst eine Kultnummer. Was ich auf jeden Fall verraten werde, ist, dass CONFESS nicht alleine gearbeitet haben. Sie haben sich zum Bespiel Sofhia Karlsson für ein paar kleine aber feine Vocals ins Boot geholt, Produzent Johan Lund griff bei zwei Songs zur Gitarre und ein kleines Highlight am Schluss ist eine Coverversion von TINA TURNERs „What’s Love Got To Do With It“. „Was?! Tina Turner????“, werden sich nun die meisten fragen. Ja, die Stile sind wie Feuer und Wasser, aber: na und! Die Message von Tinas Song hätte eins zu eins aus der Feder von CONFESS stammen können, während Songs an sich meistens für jede Musikrichtung umgeschrieben werden können. Das Cover gibt es auch auf YouTube in einwandfreier Qualität zu finden und ich würde nur sagen, da solltet ihr reinhören, wenn ihr euch vom Talent der Jungs überzeugen wollt. Es würde nicht einmal Sinn machen, die Instrumente oder den Sänger einzeln zu erwähnen! Sie sind alle gleich gut, nämlich geil! (eine sehr weibliche Rezi, Anm. der Red.)

John Elliot, Samael, Lucky, Denver und Blomman (Blumenmann) legen sich heftig ins Zeug, sei es in der Promotion, auf der Bühne oder im Studio. Den nötigen Biss fürs Musikbiz (Witz kapiert?) haben sie auf alle Fälle. Nun wird sich zeigen, ob sie es schaffen, über die Schwedischen Grenzen hinaus bekannt zu werden. Ich würde es ihnen wünschen und freu mich schon auf den ersten Liveauftritt von ihnen. Bleibt nur zu hoffen, dass sie nicht wie auf ihren Albumfotos angedeutet, ins Gefängnis („Jail“) gehen müssen. Dann wäre Schluss mit Lustig… oder listig, das passt besser.

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