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CONNY DACHS - s/t (MCD)

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Artist CONNY DACHS
Title s/t (MCD)
Homepage CONNY DACHS
Label WANTED RECORDS
Leserbewertung
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6.8/10 (18 Bewertungen)

Der überwiegende Teil der männlichen Leserschaft dürfte bereits Bekanntschaft mit CONNY DACHS gemacht haben, allerdings weniger musikalisch denn sexuell. Bei dem Herren aus dem südlichen Niedersachsen mit bürgerlichem Namen Michael G. Konrad (natürlich G.!) handelt es sich nämlich um einen der bekanntesten deutschen Pornostars. Was umso beachtenswerter ist, als dass es die Schwanzträger des Genres meist zu kaum mehr als Abspritzmaschinen bringen, hier allerdings soll es um andere Ergüsse gehen… Conny konnte schon in seinen Hardcore Produktionen einen gewissen Entertainmentfaktor einbringen, der den meisten Kollegen völlig abgeht. Seine Fähigkeit, relativ locker aus der Hose zu labern, brachte ihm zudem einen Job als rasender Reporter bei Beate Uhse-TV ein. Völlig unbedarft geht er nicht an den Sangesjob heran, so war er Anfang der 80er bereits als Fronter von Osnabrücks (angeblich erster) Punkband PATTEX aktiv.

Nun veröffentlicht der gutgelaunte Herr einen fluffigen 4-Tracker, den er in der Bad Iburger „Mühle der Freundschaft“ aufgenommen hat, die mit der auch ein gewisser Heaven in Verbindung gebracht werden kann. DER Heaven der ANGEFAHRENEN SCHULKINDER. Ja die Entertainment-Welt ist schon eine sehr skurrile, da macht auch das Rezensieren Spaß. Wenngleich sich „Band“-Name und Cover allein auf den Herren Dachs konzentrieren, steht dahinter eine insgesamt 4-köpfige Band, die Texte wurden von Wolfgang Niemeyer verfasst, der Rest musiziert an den klassischen Rock-Instrumenten. So ist dann auch der Stil Rotzrock mit deutschen Texten zwischen Mallorca, Schützenfest und Bikertreffen. Dort würde sicher auch die Party abgehen zu Stücken wie „Frechdachs“ (Opener), dieses Wortspiel drängte sich ja gerade zu auf. Sexuelle Anspielungen dürfen da natürlich nicht fehlen. Doch wie klingt die Stimme des Edel-Lovers nun? Mittelhoch, teils Sprechgesang, ansonsten recht sauber und ordentlich. Da hat man schon Schlimmeres von selbsternannten Möchtegern-Stars gehört. „Glück in der Liebe“ und „Mist gebaut“ schlagen in dieselbe Uptempo-Kerbe, kokettieren dabei mit dem Bad Guy Image des Protagonisten. Letztgenanntes Stück erinnert im Refrain sogar ganz entfernt an die DEAD KENNEDYS. „Tschüssikowski“ vertreibt ansatzweise bluesig/ countriesk auch die letzten Falten im Sack.

Nun gut, weit entfernt davon, musikhistorisch relevant zu sein, handelt es sich hier um ein reines Spaß-Projekt, das mich ein wenig an den Nominator CHRISTIAN denken ließ, der ja ein ähnlich unterhaltsames Macho Gehabe propagiert. Eine witzige Anekdote des modernen Kultur-Apparats. Und jetzt muss ich den Conny mal nach ein paar Privatadressen seiner adretten Partnerinnen fragen… Die Scheibe gibt es übrigens für 6 Euro plus Versandkosten direkt auf Connys Homepage.

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