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CONQUERED MIND - Conqueror

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Artist CONQUERED MIND
Title Conqueror
Homepage CONQUERED MIND
Label GEGENTREND
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

Die schwäbischen CONQUERED MIND um Frontmann und Workaholic Jan Weitzenbürger, der nebenbei noch seine Finger bei den Metal-Recken von KILLING AGE und dem Singer-Songwriter-Outfit NAKED HAZELBEARD im Spiel hat, haben sich ihre Sporen bisher überwiegend durch Live-Präsenz verdient. Die Bühne teilte man schon mit Größen wie KARMA TO BURN, GLOWSUN, MONKEY 3 und ähnlichen Kalibern. Nun liegt auch endlich das offizielle Debüt „Conqueror“ vor.

Passend zu den bereits genannten Bands bewegt sich der angenehm druckvoll und transparent produzierte Dreher dann auch im Bereich des kantigen, stark rifflastigen Stoner Rock. Besonders hervor sticht dabei der kraftvoll-markante, beinahe Sludge-kompatible Gesang, der den Songs der Süddeutschen ihren dezent wilden Charme verleiht und dem Hörer immer wieder ein diabolisches Lächeln entlockt. Allerdings sollte man sich, wie so oft, nicht allzu sehr in die Texte vertiefen. Aber welcher Stoner-Fan tut das schon, wenn Riffs und allgemeiner Drive ausreichend Ablenkung bieten. Und das ist bei CONQUERED MIND definitiv der Fall. Der gut gewählte Opener „You Gave Me Fire“ markiert direkt die Sollbruchstellen in den Nackenwirbeln und erinnert dabei tatsächlich dezent an die schon erwähnten KARMA TO BURN. Schnörkellos auf den Punkt gespielt, wirbelt die Nummer ordentlich Staub auf. Ein Kavaliersstart, dessen Druckwelle in der Folge nur selten abebbt und den hörbar versierten Instrumentalisten ein solides Fundament für geschickt eingestreute Feinheiten legt. „Need To Feel Me“ zum Beispiel überzeugt durch einen herrlich verspielten Bass, in „Love Is Strong“ und „Because Of You“ blitzt die Vorliebe fürs Metallische auf und zeigt sich in Form von doppelläufigen Gitarrenläufen. Dabei verlieren CONQUERED MIND, speziell Drummer Daniel Zehn, niemals den Groove aus dem Auge. Selbst der grandios treibende Hardrocker „Don’t Stop Me Now“ sorgt trotz leicht angezogenem Tempo für relaxtes Kopfnicken. Auch der Blues kommt nicht zu kurz und bildet in „Heliophobia“ einen spannenden Kontrast zu den Whiskey gurgelnden Vocals. Bei all dem steht stets der Song selbst im Vordergrund, übertriebene Solo-Eskapaden oder sonstige Ego-Trips haben keinen Platz. Und das ist gut so, wären sie doch ohnehin nur unnötiger Ballast für die allesamt erstaunlich ausgereift und flüssig arrangierten Stücke. Das hitverdächtige „Can’t See Any Smile“ mag hierfür als Paradebeispiel angeführt sein.

Fazit: „Conqueror“ ist ein kurzweiliges, insgesamt mehr als ordentliches Album ohne erwähnenswerte Höhen und Tiefen, auf dem – wie ohnehin selten in diesem Genre – nichts grundlegend Neues geboten wird, das aber durchweg Spaß macht und jedem Freund benzingetränkter Rockmusik hiermit empfohlen sei.

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