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CONSORTIUM PROJECT III - Terra Incognita (The Undiscovered World)

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Artist CONSORTIUM PROJECT III
Title Terra Incognita (The Undiscovered World)
Homepage CONSORTIUM PROJECT III
Label CENTURY MEDIA
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

Über den genauen Bedeutungsgehalt des Wortes Komplexität kann trefflich gestritten werden, doch wer es gerne vermeidet, dass ihm Musik häppchenweise serviert wird, liegt beim neuen Werk von Ian Parrys CONSORTIUM PROJEKT auf jeden Fall richtig. Wer die Scheibe einlegt, sollte für die nächste Stunde den Hörer neben das Telefon legen und alles Wichtige griffbereit haben, denn sobald die ersten Töne erklingen, fordert dieses Werk absolute Konzentration.

Klang das gerade so, als handle es sich hier um Kunstkacke, dampfend vor Wichtigkeit und Effekthascherei? Dann nehme ich alles zurück, denn „Terra Incognita“ kokettiert zwar mit altrömischem Vokabular, ist aber so freundlich, die Übersetzung gleich mitzuliefern und obwohl die Stücke mehrfach verschachtelt sind, mangelt es ihnen durchaus nicht an prägnanten Hooks und Melodien. Was dieses Album bei den ersten Hördurchläufen etwas anstrengend macht ist vor allem, dass Parry und seine All-Star Crew, bestehend aus Mitgliedern von u.a. VANDEN PLAS, ELEGY und HALFORD, eher selten die Handbremse lösen und mit voller Fahrt losbrettern. Sogar die Soli, die interessanterweise hauptsächlich von Keyboarder Joshua Dutrieux und nicht von Gitarrist Stephan Lill übernommen werden, sind auf das Notwendigste beschränkt und ufern niemals aus. Zudem braucht die Geschichte, die sich wenig originell aber dafür angenehm unpeinlich um die Wiederentdeckung der heutigen Zivilisation durch eine zukünftige dreht, etwas Zeit, um sich zu entfalten. Dabei gibt es viel zu entdecken, sphärische Passagen, Sitarbegleitung, mittelalterliche Chöre und Maorigesänge und alles eingepackt in selten orthodox aufgebaute Metalkompositionen. Der erste Höhepunkt ist die unwirkliche Fata Morgana „White Sands“, bevor dann doch noch die Dämme reißen. „Nemesis“ ist donnernder Progrock und „Beyond the Gateway of Legends“ mündet nach einem harten Start in einen groovenden Fluss aus Bass, Klavier und Gitarre.

Wenn alles vorbei ist, fühlt man sich, als verlasse man gerade eine warme Wanne: Ein wenig schlapp, aber gleichzeitig entspannt und mit dem Wunsch, gleich wieder in Wasser hineinzutauchen. Und das ist dann fast schon wieder Pop.

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