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CONTRASTATE - A Live Coal Under The Ashes (Re-Release)

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Artist CONTRASTATE
Title A Live Coal Under The Ashes (Re-Release)
Homepage CONTRASTATE
Label TESCO
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

1992. Der kalte Krieg ist vorbei. Die Welt, die sich wenige Jahre zuvor noch am nuklearen Abgrund wähnte, konnte wieder aufatmen. Schenkt man zumindest jenen Leuten Glauben, die die Probleme der Menschheit einzig und allein an dem Bestehen einer bipolaren Machstruktur mit enormem atomaren Vernichtungspotenzial auf beiden Seiten festmachen wollten. Wie auch immer man der Zukunft nach dem Zerfall der UdSSR gegenüberstand, die Eindrücke der letzten Hochphase des kalten Krieges blieben. Und während George Bush stolz die „New World Order“ ausrief, gab es einige Stimmen, deren eigene Visionen keinesfalls von goldenen Zeiten geprägt waren. „An End Marked By Pessimism“, orientiert man sich an CONTRASTATE.

Während die noch junge Techno-Welle in Form eines einzigartigen Party-Paradigmas dazu beitrug, auch die Grenzen in den Köpfen niederzureißen und die neue Generation von sich vorsichtig beäugelnden Jugendlichen zu einer Masse sich windender Leiber zusammenschmolz, formierten sich musikalische Gegenpole. Death Industrial und Dark Ambient bildeten sich in dieser Zeit immer weiter aus und erreichten erste Höhepunkte. CONTRASTATEs Album „A Live Coal Under The Ashes“, lange Jahre vergriffen und jetzt von Tesco Germany wieder verfügbar gemacht, ist eines dieser Werke, die exemplarisch für die andere Seite der 90er Jahre standen.

Puristisch, mehr Soundscaping- als Lied orientiert. Das Gesamtwerk zählt. Kopfhörermusik. Für jemanden, der das Genre schon länger beobachtet, sticht vor allem hervor, dass sich der Dark Ambient an vielen Ecken seit 1992 kaum weiter verändert hat und doch zu oft an den Vorlagen scheitert. „A Live Coal Under The Ashes“ ist eine surreale Klangcollage aus Fieldrecordings und tiefen Drones. Schon das bizarre Cover von Ben Hughes nimmt die musikalischen Eindrücke vorweg und schlägt eine Brücke zu den experimentellen Klangkünstlern der 70er Jahre. Zu den fünf ursprünglichen Songs der Erstauflage kam ein bisher unveröffentlichter sechster Track, „Death Follows The One Eyed Cow“, hinzu, der sich problemlos in das Gesamtgefüge integriert.

Eine längst überfällige, schön aufbereitete Wiederveröffentlichung.

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