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CONVEYER - When Given Time To Grow

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Artist CONVEYER
Title When Given Time To Grow
Homepage CONVEYER
Label VICTORY RECORDS
Leserbewertung
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8.0/10 (2 Bewertungen)

“When Given Time To Grow” ist das treffend betitelte, zweite Album der Hardcore-Truppe CONVEYER aus Minneapolis, deren vor zwei Jahren in Eigenregie veröffentlichtes Debüt „Worn Out“ dem renommierten Szene-Label Victory Records so gut gefiel, dass CONVEYER nun, mit einer erfahrenen Firma im Rücken, wirklich alle Möglichkeiten haben, zu wachsen.

Als „spirit filled Hardcore“ beschreibt der Fünfer seinen Sound selbst. Das trifft den Nagel ziemlich mittig auf den Kopf. Es wandert tatsächlich eine offenbar völlig rast- und ruhelose, mehrfach verwundete Seele durch die elf Songs auf „When Given Time To Grow“, deren Zerrissenheit sich im Spannungsfeld zwischen druckvollen Riffs, melancholischen Moll-Harmonien und wütendem Geschrei derart intensiv entlädt, dass es beinahe physisch spürbar wird. CONVEYER sind tief im Hardcore verwurzelt, was sich besonders dann zeigt, wenn sie die Handbremse lösen und im Oldschool-Uptempo eine Höchstmenge an Energie freisetzen. Das befreit, macht Spaß und pumpt ordentlich Adrenalin ins Gehirn. Derart aufgeputscht entsteht eine förmlich vibrierende Spannung, wenn intelligente Post Metal-Breaks die Raserei unterbrechen und sich aus zähflüssigem Stahlbeton solide Riffwände aufrichten, die Raum geben für dicht gewobene Klangteppiche aus flirrenden Gitarrenflächen und spannenden Rhythmus-Mustern. Gleich der Opener „Shining“ ist ein Paradebeispiel für das eben Beschriebene und transportiert einen in gut zwei Minuten einmal durch den kompletten Klangkosmos der Band. Natürlich bewegt man sich in eben diesem nicht allein, NORTHLANE, COMEBACK KID und vor allem SIGHTS & SOUNDS mögen hier stellvertretend genannt sein. Auch hinter diesen Größen müssen sich CONVEYER jedoch keineswegs verstecken. Im Gegenteil: Spätestens wenn Sänger Danny Adams im umwerfenden „Cage“ seine Verzweiflung mit voller Lungenkraft zur Akustik-Gitarre heraus schreit, läuft es einem heiß und kalt den Rücken herunter. An diesem Punkt sind dann sämtliche Rezeptoren des Körpers so weit aufgerichtet, dass nachfolgende Kracher wie „Eulogy“, „Resist / Admit“ oder mein persönlicher Favorit „Blister“ ihre katharsische Kraft voll zur Geltung bringen können. Am Ende bleibt einem nach dem ebenfalls formidablen, abschließenden „Impatience“ nur noch ein tiefes Durchatmen und die sehr wohltuende Gewissheit, dass man am Leben ist und das Feuer in einem noch brennt.

Wahrscheinlich kennt der eine oder die andere von euch diese Momente, in denen man einfach nur noch das Gefühl hat, unbedingt schreien zu müssen, auch wenn es gerade vielleicht nicht der richtige Ort oder die richtige Zeit dafür ist. „When Given Time To Grow“ ist einer dieser Momente. 32 Minuten lang. Geil.

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