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COPPELIUS - Tumult!

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Artist COPPELIUS
Title Tumult!
Homepage COPPELIUS
Label F.A.M.E. RECORDINGS
Leserbewertung
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Erstaunlich, was für eine Fangemeinde sich die Herren COPPELIUS in den letzten Jahren erspielt haben. Laut Biografie sind sie schon mehr als ein Jahrhundert unterwegs, aber erst jetzt erscheint der Nachfolger des hochgelobten Debüts „Time-Zeit“. Bekanntlich ist die Arbeit am zweiten Longplayer immer die schwerste. Soll man den eingeschlagenen Weg weitergehen, Änderungen vornehmen oder sich komplett verändern? Da braucht man sich bei den Berlinern allerdings keine Sorgen machen, denn warum sollten sie von ihrem einzigartigen Image abrücken?

In einem aufwendig gestalteten Digipack kommt das Werk daher und wie auch auf der „Time-Zeit“ beginnt der Longplayer mit einem Vorwort und den Worten von E.T.A. HOFFMANN. Beim ersten Song „Habgier“ kommt der rabenschwarze Humor der Band am besten zur Geltung. Ist die Person, die dort beschrieben wird, nicht gleichzusetzen mit einigen habgierigen Managern in unserer Zeit? Neben vielen Eigenkompositionen wie „Lilienthal“, „Viel Zu Viel“ und „Zu Dir“ verhelfen COPPELIUS auch Liedgut anderer, teils befreundeter Bands zu neuem Glanz. So konnten sie für den THE INCHTABOKATABLES Klassiker „Rightful King“ keinen geringeren als ERIC FISH (SUBWAY TO SALLY) für den Gesang gewinnen. Da die INCHIS laut eigener Aussage ja eine elfjährige Pause einlegen, hatte B.DEUTUNG Zeit und spielt auf dem Stück zusätzlich ein Cello Solo. Mir persönlich gefällt diese Bearbeitung weitaus besser als das Original. Bekannt ist auch, dass die immer gut gekleideten Herren ein Faible für IRON MAIDEN haben. So wurde auch von der britischen Metalcombo der Song „Charlotte The Harlot“ mit der ungewöhnlichen Instrumentierung Klarinette, Cello, Kontrabass und Schlagzeug in ein neues Gewand gepackt. Auch bei „Komposition“ wurde mit Gastmusikern gearbeitet. Hier holten sie sich wieder Unterstützung von den SALLYs, denn Frau Schmitt spielt dort die erste Geige. Da einige Titel wie „Das Amulett“ oder „Schöne Augen“ im letzten Jahr schon live performt wurden, kam mir auch „Komposition“ bekannt vor. Weit gefehlt, denn sie singen von „…der geklauten Komposition“ und bedienen sich bei ihren eigenen Liedgut. „Operation“ vom Debüt Silberling ist die Grundlage dafür. Aber hört sich dieses Lied nicht auch etwas nach RAMMSTEIN an? Ich kann kaum glauben, dass hier keine Stromgitarren eingesetzt worden sind. Wie auch bei APOCALYPTICA sind die Streichinstrumente teilweise verzerrt und klingen dadurch recht aggressiv. Aber keine Angst, es ist nicht alles heavy auf dem Album, auch eine kleine A Capella Version ist mit „Mondeslicht“ vertreten. Und hab ich bei „Spring Doch“ Reggae Anleihen vernommen? Damit beweisen COPPELIUS ihre musikalische Vielseitigkeit und auch Texte alter „Mitstreiter“ wie Theodor Fontane wurde mit „Die Glocke“ vertont.

Alles wie gehabt auf der „Tumult!“, denn Max Coppella (Klarinette, voc), Graf Lindorf (Cello, voc), Comte Caspar (Klarinette,voc),Sissy Voss (Kontrabass), Nobusama (Schlagzeug) und Butler Bastille (voc) frönen immer noch ihrem Kammer-Core. Und dieser entfaltet sich erst richtig auf der Bühne. Es ist schon unglaublich, wie sie mit ihren Instrumenten ihre Shows rocken. Man muss es einfach mal gesehen haben, Gelegenheit dazu werden sie im Anschluss der Veröffentlichung bieten, denn dann werden sie fast jedes Wochenende auf Konzertreise sein.

Da die Herren COPPELIUS, wie sie selber sagen, seit dem vorletzten Jahrhundert musizieren, verwundert es schon, das ihre Werke auf einen, für ihre Verhältnisse, neumodischem Medium wie einer CD erscheinen! Wäre Vinyl nicht passender, oder gar Schellack? In ihrem virtuellen Krämerladen bin ich auf so etwas noch nicht gestoßen. Auf jeden Fall gilt: COPPELIUS hilft!

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