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CORVUS CORAX - Cantus Buranus 2

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Artist CORVUS CORAX
Title Cantus Buranus 2
Homepage CORVUS CORAX
Label PICA/ SOULFOOD
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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6.8/10 (10 Bewertungen)

Seit 1989 sind CORVUS CORAX, die selbsternannten „Könige der Spielleute“, unerreichte Publikumslieblinge der Mittelalter-Szene. Wer die Mannen rund um den charismatischen Frontmann Teufel einmal live erleben durfte, ganz gleich ob in der Urbesetzung oder in Form des Electro Rock-Ablegers TANZWUT, weiß, dass ihnen diese Position auch nach so langer Zeit voll und ganz zusteht. Egal ob auf kleinen, überschaubaren Mittelaltermärkten oder Festivals wie dem Wacken-Open-Air oder dem Wave-Gotik-Treffen rasten die Massen aus, wenn die nach historischen Vorlagen angefertigten Instrumente der Spielleute ihre Musik über die Köpfe hinwegträgt.

Nach unzähligen Alben, drei Studioveröffentlichungen des kleinen Bruders TANZWUT und ehrgeizigen Projekten wie einer vertonten Märchensammlung („Märchen aus alter Zeit“) schlug man 2005 ein neues Kapitel in der ohnehin schon beachtlichen Bandgeschichte auf. So entschloss man sich, die weltbekannte „Carmina Burana“ (ins Hochdeutsche übersetzt ganz unspektakulär „Lieder aus Benediktbeuern“), eine Sammlung satirisch-moralischer (Lied-) Texte aus dem späten Hochmittelalter neu zu interpretieren und musikalisch zu untermalen. Die wohl bekannteste Umsetzung von Teilen des über 240 Stücke umfassenden Werkes ist die von Carl Orff, die sich auch in Mittelalterkreisen größter Beliebtheit erfreut. „Cantus Buranus 2“, die Fortführung des Projekts, dieses Mal mit Hilfe des Filmorchesters Babelsberg realisiert, greift nun einmal mehr auf diesen reichhaltigen Hort mittelalterlicher Anekdoten und Possen zurück. Neben den unzähligen liturgischen Überlieferungen kann man sich auch kaum eine bessere Vorlage für die lebenslustigen Spielmänner vorstellen, denn wenn ihnen eines nicht steht, dann die beengenden Moralvorstellungen des mittelalterlichen Klerus.

Das Zusammenspiel zwischen Orchester und Band ist schon wie beim Vorgänger beeindruckend und harmoniert in weiten Teilen fast so, als ob man schon seit Jahren zusammenarbeiten würde. Vor allem die gemeinsame Performance mit Orchesterunterstützung dürfte wie schon bei „Cantus Buranus“ ein überwältigendes Erlebnis sein. Für das Wohnzimmer ist „Cantus Buranus 2“ dennoch zu empfehlen, handelt es sich hier doch um ein mehr als geglücktes Experiment, das klassische Musik mit historischen Instrumenten verbindet und das auf einem kontinuierlich hohem Niveau.

Nicht zuletzt die edle Aufmachung von „Cantus Buranus 2“ schreit groß „Kauf mich!“ in die weite Welt hinaus. Eine Aufforderung, der man als Fan mittelalterlicher Musik nur allzu schnell nachkommen sollte.

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