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CORVUS CORAX - Cantus Buranus II (2-CD/ DVD)

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Artist CORVUS CORAX
Title Cantus Buranus II (2-CD/ DVD)
Homepage CORVUS CORAX
Label PICA MUSIC
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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10.0/10 (3 Bewertungen)

Passend zum Start in Wacken kommt nun die Live-DVD der mittelalterlichen Klassik-Rocker CORVUS CORAX auf den Markt. Wer die Könige der Spielleute, die Anfang der 1990er Jahre als exotische, aber doch dem Mittelalter verfallene Band begannen, mit ihrer eher klassischen Musik „Cantus Buranus“ ins Programm nimmt, der erwartet von vornherein etwas ganz Besonderes, sowohl, was die Musik anbelangt als auch deren Darbietung. Mit dem Album „Cantus Buranus II“, 2008 erschienen, hatten die Musiker ihr erstes Werk nochmals übertroffen. Nun wird die DVD mit Live-Mitschnitten nachgeliefert. Und die hat es in sich. Denn insgesamt sind drei Konzerte auf der Scheibe gespeichert: ein Live-Mitschnitt aus der Münchener Olympiahalle (2009), das Konzert vom Summer Breeze 2009 und ein China-Special von einem Auftritt im Reich der Mitte. Liebhaber der düsteren und schweren orchestralen Rhythmen kommen voll auf ihre Kosten.

Den Auftakt bildet die Hymne „Custodes Sunt Raptores“, bei deren Klängen die Musiker von CORVUS CORAX entsprechend der von Gert Hof inszenierten Bühnenshow zwischen den Instrumenten ihre Plätze auf der Bühne finden. Die im ersten Moment überwiegend an eine Oper erinnernden Stücke von „Cantus Buranus II“ werden neben den Musikern von CORVUS CORAX von einem Sinfonieorchester und einem großen Chor vorgetragen. Der klassische Mittelalterfan sollte sich dessen bewusst sein, der Kenner schweigt, hört und genießt auch das Lichtspektakel auf der Bühne, welches entsprechend in Szene gesetzt wurde. Erst beim dritten Song „De Mundi Statu“, dessen Schwerpunkt mit einem tanzbaren Rhythmus auf die mittelalterlichen Instrumente wie Dudelsack, Pfeifen und Trommeln gelegt wurde, wird sich derjenige, der Musik von den Festivals und Mittelaltermärkten kennt, wieder heimisch fühlen. Die von der Solistin Ingeborg Schöpf wie Arien vorgetragenen Passagen geben so manchem Lied noch einen besonderen Glanz. Manchmal glaubt man, die Gläser zerspringen zu hören. Mit diesem Instrumentarium wird ein Klangteppich erzeugt, der Bilder im Kopf entstehen lässt, wenn der Takt fröhlich und beschwingt oder dramatisch und gefährlich klingt. Immer wieder ertappte ich mich dabei, wie ich unwillkürlich an einen Historien-Blockbuster im Kino dachte, so manches Musikstück würde auch zu solch einem Film passen. Mir persönlich hat besonders der rockig-balladeske Titel „Ergo Bibamus“ gefallen, bei dem ein leuchtender Mond von der Bühne über die Köpfe der Zuschauer in die Luft gelassen wurde und der dort während der träumerischen Melodie, die zum überwiegenden Teil von den Dudelsäcken und Trommeln intoniert wurde, seine Runden dreht. Während die Bilder und die Musik in München einen sehr gediegenen Eindruck machen, kommen mir dieselben Titel beim Summer Breeze wesentlich lockerer und gelöster vor. Nahezu alle Stücke wirken wesentlich tanzbarer und fröhlicher, wahrscheinlich auf die gute Laune während des Festivals zurückzuführen. Ein besonderes Highlight sind tatsächlich die Aufnahmen aus China. Das China Special zeigt Bilder der Gruppe von den Proben, beim Spielen im Park und vor der chinesischen Mauer. Zusätzlich gibt es die Songs „Lingua Mendax“ und „Chou Chou Sheng“ in der chinesischen Fassung. Und das ist wörtlich zu nehmen, denn neben dem chinesischen Orchester und Chor wurden CORVUS CORAX von drei Musikern auf traditionellen einheimischen Instrumenten begleitet, für die das Arrangement der Titel entsprechend angepasst worden war. Dies sind Versionen der Songs, die man höchstwahrscheinlich selbst in Live-Konzerten nicht so schnell wieder zu hören bekommt.

„Cantus Buranus II“ ist bekannt für seine überlieferten/ originalen Texte und den modernen Mittelaltersound gepaart mit den klassischen Elementen einer Oper, wie Streichensemble, Kammerchor oder der Arie. Dem nach jedem Song gespendeten Beifall, der natürlich in den Mitschnitten genauso enthalten ist wie die Musik, ist zu entnehmen, dass den Zuschauern diese Konzerte in höchstem Maße gefallen haben. Mit der DVD kann man das Live-Event atmosphärisch zwar nicht ersetzen, aber man kann sich damit eine sehr gut und prall gefüllte Konserve ins Regal stellen, um sich später an die Abende besser erinnern zu können. Übrigens gibt es in der DVD-Edition zusätzlich noch zwei Audio-CDs mit den Live-Mitschnitten (lagen mir nicht vor), die auch separat erhältlich sind für diejenigen, die mit den Bildern nichts anfangen können, sich aber dem Hörgenuss nicht verschließen.

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