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CRANIAL - Dark Towers/ Bright Lights

VN:F [1.9.22_1171]
Artist CRANIAL
Title Dark Towers/ Bright Lights
Homepage CRANIAL
Label MOMENT OF COLLAPSE RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
6.0/10 (2 Bewertungen)

Vier Songs in knapp 45 Minuten. Das sind die quantitativen Eckpunkte von „Dark Towers/Bright Lights“, dem ersten Longplayer der 2014 gegründeten Würzburger Kapelle CRANIAL. Die Herren Julian Weidhaus (bass, vocals, drones), Cornelius Merlin (drums), Michael Melchers (guitar) und Bastian Kröckel (guitar, vocals) servieren darauf einen tonnenschweren Mix aus Post-Metal, Sludge und Doom.

Soweit die Fakten und wie steht es mit der Qualität der Mucke? Nun, der Silberling beginnt mit unheilvollen Klängen und diese bedrohliche Atmosphäre hält sich auch über die gesamte Spielzeit. Die Platte in die genannten vier Songs zu kategorisieren wäre dabei totaler Quatsch, vielmehr haben wir es hier mit einem homogenen Soundtrack fürs brachiale Kopfkino zu tun, bei dem die Tracks kaum einzeln zu sehen sind. Vielmehr gibt es in einer Heftigkeit was auf die Mütze, dass man als Hörer kaum zum Verschnaufen kommt. Immer neue Untiefen und Unwägbarkeiten tauchen auf. Da wird auf tiefstem Herzen gegrowlt, die Gitarrensaiten zittern schwer und an den Drums scheppert es auch nicht zu knapp. Wer nun glaubt, dass nach den ersten rund elf Minuten von „Dark“ mit „Towers“ eine Atempause angesagt ist, sollte sich von den ersten, vergleichsweise harmlosen Klängen nicht täuschen lassen, denn es dauert nicht lange, bis es die Jungs wieder apokalyptisch krachen lassen. Spätestens nach den zehn Minuten dieses Tracks liegt endgültig alles in Schutt und Asche – schwer vorstellbar, dass hier von irgendwoher noch ein helles Licht kommen soll. Und doch, ein gewisser Hoffnungsschimmer schwingt bei „Bright“ tatsächlich mit. Wenngleich auch immer die Sorge vor dem nächsten Unheil im Hinterkopf bleibt und so kommt es dann auch schon bald zum nächsten schwermetallischen Duell, das jedoch eine Spur filigraner als bei den beiden Vorgängern ausgefochten wird. Bleibt noch „Lights“, das alles andere als strahlend ist, sondern als wabernder Nebel an des Hörers Ohr gelangt. Auch hier schichten die Unterfranken monumentale Soundgebirge aufeinander und bringen den Spannungsbogen im positiven Sinne an die Grenze zum Zerreißen.

Jemand, der im Post-Metal-Sludge-Doom-Genre nicht zuhause ist, wird im Übrigen schon nach wenigen Minuten an seine Grenzen gestoßen sein und aufgegeben haben. Keine Frage, diese Musik ist extrem, aber Fans von NEUROSIS, ISIS oder auch CULT OF LUNA kommen hier absolut auf ihr Kosten. Hieronymus Bosch malte seine verstörenden Endzeit-Bilder gern als Triptychon, CRANIAL vertonen derweil heuer mit „Dark Towers/Bright Lights“ die Finsternis in vier Akten.

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