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CRASH ROMEO - Gave me the clap

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Artist CRASH ROMEO
Title Gave me the clap
Homepage CRASH ROMEO
Label TRUSTKILL
Leserbewertung
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9.0/10 (2 Bewertungen)

Trustkill sind ja anscheinend in einer tieferen Sinnkrise, was ihre Veröffentlichungspolitik angeht, waren die letzten Releases (mit Ausnahme von THIS IS HELL) doch eher mediokrer Natur. Wenn man sich den Bandnamen CRASH ROMEO samt Cover-Artwork vor Augen hält, sollte sofort klar sein, dass wir es hier ebenfalls kaum mit einem tiefgehenden Hardcore-Kracher zu tun haben, sondern mit einigen jungen Herren, die sich dem Bubblegum-Punk verschrieben haben. Und was soll ich sagen: Das macht richtig Laune!

Denn die amourösen Party-Crasher haben sich die richtigen Vorbilder herausgesucht und ihren Sound an den Drive-Thru-Sound der Jahrtausendwende angelegt. Das heißt Emo-College-Power-Pop mit ausgeprägter Punk-Edge. „Gave me the clap“ könnte der legitime Nachfolger des bravourösen Erstlings von NEW FOUND GLORY sein. Vor allem die Vocals von Travis Weber und die Gitarrenarbeit lehnen sich sehr an deren Stil an. Und das bedeutet catchige Sing-A-Longs und Gitarrenlinien, die man beim ersten Anhören sofort mitsummen kann. Noch ein bisschen SAVES THE DAY, RIVER CITY HIGH und KEEPSAKE hinzugefügt, das Ganze mit den typischen College-Lyrics garniert, ergibt ein zwar altbackenes Mahl, das aber nach langer Abstinenz unheimlich gut schmeckt. Das lässt den Schnee schmelzen und einen gedanklich 10 Jahre zurückversetzen. Dabei wird die Geschwindigkeit nie großartig angehoben, sondern alles bleibt im mittleren Schwierigkeitsgrad, soll heißen: Es rockt mehr, als das es knallt. Eher schalten die Jersey-Boys den Gang zwischendurch herunter. Auch optisch pfeifen die Jungs, Gott (oder wahlweise jedes andere hohe Wesen, das uns vor schlechter Musik beschützen sollte) sei es gedankt, auf die typischen Emo-Mätzchen und kommen eher nerdy und sympathisch herüber. Da darf man auch als Mitglied der Ü-30-Fraktion mal wieder gepflegt einen freundlichen Pogo starten…

Wenn die unvermeidliche Ballade (hier in Gestalt des Tracks „Give me something“, inklusive Streicher-Part) nicht wäre, könnte man keinen einzigen Ausfall auf der Scheibe finden. Alles fließt, alles rockt, alles lässt das Bein wippen… Viel besser als der Erstling „Minutes to miles“. Was diesen, fast verloren geglaubten Stil angeht, haben Trustkill diesmal den richtigen Riecher gehabt und eine Band herangezogen, die einen dazu bewegt, noch einmal die alten Scheiben (aus der eigenen „Sturm und Drang-Phase“) aus dem Regal zu kramen.

„Clap, Clap, Clap, Clap your hands!” Mach ich JA schon!

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