Band Filter

CRASHCAPTAINS - In Too Deep

VN:F [1.9.22_1171]
Artist CRASHCAPTAINS
Title In Too Deep
Homepage CRASHCAPTAINS
Label LAMETTA
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Die Indie-Rock-Kapelle CRASHCAPTAINS existiert seit 2010 und ist in Berlin zuhause. Sänger und Gitarrist Nicolas Heintz ist der Kopf der Band und mit einer sanften Stimme gesegnet, die für den Sound der Hauptstädter nicht unwesentlich ist. Ihm zur Seite stehen außerdem Mona Kairies (Keys & Gesang), Simon Lohss (Bass & Gesang), Arno Grußendorf (Gitarre & Gesang) und Kilian Blum am Schlagzeug. 2014 erschien das in Eigenregie produzierte und veröffentlichte Debüt „Some Time Soon“, dem eine gewisse Nähe zu DEATH CAB FOR CUTIE nachgesagt wird.

Im November ist der zweite Streich „In Too Deep“ in die Plattenläden gekommen. Während das Debüt stärker durch die klare Vision des Frontmanns und Songwriters geprägt war, gewinnt im Vergleich das neue Album durch gemeinsame Kompositions- und Arrangementarbeit der kompletten Band an Vielfalt und Dichte. Die neuen Songs wollen sich nicht anbiedern oder ins Radioformat passen. Auch wenn mancher Chorus unweigerlich hängen bleibt, glänzen die CRASHCAPTAINS besonders auf Umwegen, wenn sie ausschweifen, sich verlieren, sich festbeißen. Ein großer Teil des Longplayers wurde live eingespielt und man hört heraus, dass die CRASHCAPTAINS zusammengewachsen und selbstbewusster geworden sind. Sie trauen sich, Raum für Risiken zu lassen. Manch vermeintlicher Fehler stellte sich im Nachhinein als glückliche Fügung heraus. Als Referenz sei die bereits im April ausgekoppelte Single „Done“ mit seinen elektronischen Instrumenten und rhythmusbetonter Perkussion genannt. Statt Gitarren gibt es hier sanfte Synthies und einen einprägsamen Refrain auf die Ohren. Nicht zu vergessen der Titeltrack „In Too Deep“ – der wahrscheinlich gradlinigste Song der Platte – versehen mit einer prägnanten Hookline, die von dynamischen Klangflächen und einer treibenden Rhythmusgrippe umspielt wird. Derweil erinnert das lyrische „Bridges“ an die Balladen des Erstlings – in einem neuen, rhythmisch komplexen Gewand. Währenddessen wird das dynamische Zusammenspiel des Fünfers insbesondere beim energetischen „Lakeland“ deutlich. Drums, Bass, Piano und Gitarre wurden gemeinsam getrackt und legen das Fundament für ein poetisches Gitarrensolo.

„In Too Deep“ ist eine bunte, dynamische, detailverliebte Langrille mit starken Liedern, die auch beim dritten und vierten Hördurchgang noch Unentdecktes preisgeben. Die Lyrics erzählen mit starken Melodien, ausgefeilten Arrangements und einer guten Portion Melancholie von Rastlosigkeit, Selbstverwirklichungsträumen, schlaflosen Nächten in überfüllten Hostelzimmern, Zukunftsängsten, der Leidenschaft für die Musik, der Sehnsucht nach Zweisamkeit, der Achterbahn des Tourlebens. Songwriter Nick Heintz führt auf Englisch Reisetagebuch. Er will nicht provozieren oder sich aufzwängen. Vielmehr verarbeitet er Erlebtes auf poetische Weise, hält inne, um nach den Gründen zu fragen für das, was ihm begegnet. „In Too Deep“ ist geprägt von einem Gefühl des Fernwehs und der Suche nach neuen Perspektiven. Man merkt, dass die CRASHCAPTAINS vorwärts wollen, nicht um des Ziels, sondern um des Weges willen. Wo sie rasten, bleiben sie nur so lange, wie der Moment sie lässt. Wenn es Zeit ist zu gehen, sind sie bereits neugierig, was hinter der nächsten Kurve wartet.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu CRASHCAPTAINS