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CRIME IN STEREO - I Was Trying To Describe You To Someone

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Artist CRIME IN STEREO
Title I Was Trying To Describe You To Someone
Homepage CRIME IN STEREO
Label BRIDGE 9
Leserbewertung
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Na, wenn dieser Albumtitel mal nicht von einer begeisterten Fan-Aussage oder einem verzweifelten Rezensenten inspiriert ist. Vorbei sind nämlich die Zeiten, in denen man CRIME IN STEREO recht bedenkenlos mit „(melodischer) Hardcore“ bezeichnen konnte. Seit ihrem bahnbrechenden 2007er Werk „Is Dead“ buttern die New Yorker munter alles zusammen, was man mit Instrumenten so spielen kann. Und genau dieses Prinzip verfolgt man nun auch auf dem Nachfolger „I Was Trying To Describe You To Someone“, welches einmal mehr äußert vielschichtigen Ausmaße angenommen hat.

Nach dem recht kurzen/ wütenden mehr oder weniger Intro „Queue Moderns“ punktet man gleich mit dem folgenden „Drugwolf“, welches neben den schmissigen Strophen vor allem durch den starken Refrain und den tollen Einsatz der Strom-Gitarren überzeugt und somit ziemlich rockig und Indie-lastig herüber kommt. Gerade letztgenanntes kommt einem bei den elf Kompositionen des öfteren in den Sinn, so auch bei beispielsweise „Not Dead“ mit seinem tollen Drive, bei dem glücklicherweise das Schlagzeug von Scotty Giffin mal nicht so sehr nach Drum-Computer klingt. Englische Einflüsse klingen des Öfteren mal durch, so muss man unter anderem auch schon mal leicht an THE CURE denken. Im Gegensatz dazu haben die Strophen von „Odalisque“ dann vor allem gesanglich wiederum einen Hauch von energisch-gefühlvoller EMIL BULLS-Gestaltung. Immer wieder wird das instrumentale Grundgerüst durch sphärische elektronische Elemente wie in „I Am Everything I Am Not“ angereichert, was oft eine wahrhaft besondere Atmosphäre herauf beschwört. Neben den kräftigeren, rockigen Nummern wie etwa das locker-leicht groovende „I Cannot Answer You Tonight“ finden sich mit „Young“ oder „Dark Island City“ auch ruhigere, seichtere Klangwerke innerhalb der gut 40min Gesamtspielzeit. Bei Erstgenanntem muss man zwischenzeitlich auch mal den eher den schnelleren Stücken angepassten rauen Gesang in Kauf nehmen, der da auch hin und wieder in grobes Punk-Gegröhle verfällt. Nicht schön. Glücklicherweise rettet ein krasser Umbruch mitten im Song noch die Nummer, die dann doch noch einen verdienten Ausklang bekommt. Trotzdem muss man sagen, dass dem Quintett Liedgut wie „Republica“ doch besser zu Gesicht bzw. Stimme und Instrument steht. Die Gefühlsausbrüche bringt man so wechselnder Weise einfach besser rüber, der immer mal wieder eingestreute Schreigesang fügt sich stimmiger ein und wenn man dann wieder einmal in einen fast schon Mathcore-mäßiges Klangchaos verfällt (u.a. bei „Exit Halo“) wirkt das ganze so auch einfach authentischer. Die interessant unbekümmerte Produktion von wieder einmal Mike Sapone tut ihr übriges dazu, aus der Scheibe fast wieder einen derartigen Geheimtipp wie den Vorgänger zu machen, doch was dieser Veröffentlichung fehlt, ist der enorme Überraschungsfaktor, den „Is Dead“ seiner Zeit noch als quasi Bonus gehabt hatte.

Am besten erklärt man „IWTTDYTS“ also, wenn man sich dieses CRIME IN STEREO-Werk mal vor Ohren hält – und das am besten gleich über mehrere Durchgängen. Kompositionen wie „Drugwolf“ oder „Republica“ ermöglichen dem Rezipienten zwar einen recht schnellen Zugang, doch die übrigen Nummern verlangen erstmal etwas Beschäftigung, bevor sie es einem mit Entfaltung danken. Fans des Vorgängers dürfen da gerne zugreifen, Interessierte hören rein – und für alle anderen: Ich hab versucht, es euch zu erklären…

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