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CROW BLACK CHICKEN - Rumble Shake

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Artist CROW BLACK CHICKEN
Title Rumble Shake
Homepage CROW BLACK CHICKEN
Label EIGENPRODUKTION/ JUST FOR KICKS
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Endlich ein Review, bei dem die ungeschriebenen Gesetze des modernen Musikjournalismus nach Herzenslust unterwandert werden dürfen, ja sogar müssen. Das zweite Album der irischen Bluesrocker CROW BLACK CHICKEN lässt sich erst dann adäquat beschreiben, wenn man sich zuvor auf den Weg in den moosbewachsenen Phrasenkeller gemacht, dort die schwere Eisentür aufgeschlossen und in der hinterletzten Ecke die Kiste mit dem verblichenen Totenkopfsymbol geöffnet hat. Spinnenweben überall, und das zu Recht.

In dieser Kiste befinden sich so wunderbare Wendungen und Begriffe wie „ehrlich-erdig“, „whiskeygetränkte Raubeinigkeit“ oder „zu den Wurzeln der Rockmusik zurückkehrend“. Ohne diese ausgetretenen Gassenhauer aus dem Rezensions-Fundus geht hier gar nichts. Die Band selbst beschreibt „Rumble Shake“ als „greasy no bullshit blues rock“ und behält absolut Recht, wenn damit gemeint ist, dass nichts vom klassischem Vintage-Sound ablenkt: keine unnötigen Schnörkel, dafür aber auch keine Überraschungen – weder gute, noch böse. Abgesehen davon, dass das Versprechen von Schmutz und Staub nur sehr eingeschränkt eingehalten wird, denn dafür läuft hier alles eine Spur zu glatt ab. Aufgenommen in den ehrwürdigen Dubliner Westland Studios, in denen schon ROBERT ZIMMERMAN und THIN LIZZY ihre Songs konservierten, versammeln sich auf „Rumble Shake“ ganz einfach zehn altmodische Bluesrock-Stücke mit Folk- und Hard-Rock-Elementen, die live in einem schmuddeligen Pub mit zu tiefer Decke mit Sicherheit eine „echte Bank“ (Nein, die Kiste ist noch nicht wieder zu) darstellen könnten. „Auf einen Silberling gepresst“ (das war es jetzt an stumpfen Floskeln, versprochen!) machen Songs wie „Hang ‚em high“, „Black Asphalt“ oder „Black Man’s Gold“ trotz Unterstützung prominenter Bluesmusiker (u.a. Wylie Hubbard) so viel Spaß wie die Songtitel originell sind.

Ist schon klar, dass sich der Innovationsdrang einer Band, die sich einem Vintage-Sound verschrieben hat, in Grenzen hält. Dennoch gibt es trotz technischer Solidität kaum Gründe, sich Songs wie das unsäglich öde „Two-Seven“ zuhause anzuhören. Derartiges gibt es momentan auf jedem Kleinstadtfestival in ähnlicher Qualität zu hören. Und zwar „für umme“. (Jetzt, ist die Kiste endgültig zu!)

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