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CRYSTAL PALACE - The System of Events

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Artist CRYSTAL PALACE
Title The System of Events
Label GENTLE ART OF MUSIC
Leserbewertung
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3.0/10 (1 Bewertungen)

Mit Bands, die ihren Stil als „Art Rock“ bezeichnen, tue ich mich immer etwas schwerer. Seien es YES, ELOY oder gar RUSH. Und das ist bei CRYSTAL PALACE auch nicht anders. Die Berliner Combo hat es bisher auch schon auf sieben Veröffentlichungen gebracht und ihr Bandkarussell dabei schon ordentlich gedreht. Vor allem 2011 hat sich da einiges getan. Dennoch schrieb man ab Mitte 2012 neue Songs und liefert nun Silberling Nummer Acht ab – „The System of Events“.

Nachdem ich die Play-Taste gerückt hatte, wartete ich etwas und wusste eigentlich schon, was kommen muss! Knapp eine Minute sanfte Synthetik, die wie ein Intro wirken soll, ehe die ersten Gitarren ertönen. Ein simples Riff untermalt den genretypischen sanften Gesang. Dieses wird lediglich zum Refrain hin von etwas mehr Melodie abgelöst. Dann geht es wieder stoisch weiter. Und genau genommen passiert sonst die ersten fünf Minuten nicht viel. Das folgende „As heaven dies“ gefällt mir da schon deutlich besser. Die Riffs zu Beginn rocken doch schon erheblich härter und der Gesang präsentiert sich dementsprechend variabler. Auch die synthetischen Parts erzeugen wesentlich mehr Atmosphäre. So überrascht mich auch der akustische Teil am Schluss positiv. Tolles Stück. Nun folgt mit „Beautiful Nightmare“ einer der längeren Titel. Und beim Hören überlege ich die ganze Zeit, an was mich die Art der Gitarre in diesem Song erinnert. Und da macht es Klick – hier wird, bewusst oder unbewusst, mit den HOOTERS kokettiert. Und das steht dem Titel gut. Auch der Tempowechsel zur Mitte hin mitsamt der psychedelischen Elemente verstärkt das positive Bild. Als nun das folgende „Green way“ ertönt, kann ich mir das Grinsen nicht verkneifen. Denn auch hier wird der Einfluss des Mainstream-Rocks deutlich. Diverse BritPop-Elemente fließen hier ein und prädestinieren diesen Track als Radio-Single. Auch die folgenden Stücke tummeln sich irgendwo zwischen Radiokompatibilität und härterem Rock. Und über allem thront der charismatisch sanfte Gesang. Etwas, das mir über das ganze Werk hinweg allerdings negativ auffiel, ist die beinahe sterile Produktion. Dem sauberen Sound fehlt es eindeutig an Druck. Selbst die Gitarren klingen zurückhaltend.

Wie gesagt, ich tue mich mit Art Rock immer etwas schwer. Also versuche ich mich einmal so objektiv wie möglich auszudrücken. Dieses Album ist mit Sicherheit in diesem Genre klasse. Tolle Melodien, gute Instrumentalisierung und der Gesang sprechen für sich. Für meinen Geschmack brauchen die Songs aber einfach zu lang, um in Fahrt zu kommen und bleiben am Ende doch viel zu zahm. Dennoch, für Fans der Band gilt hier eine klare Kaufempfehlung. Und der Rest der Art Rock-Gemeinde kann ja mal ein Ohr riskieren.

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