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CRYSTALIC - Watch us deteriorate

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Artist CRYSTALIC
Title Watch us deteriorate
Homepage CRYSTALIC
Label THUNDERING RECORDS
Leserbewertung
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7.3/10 (3 Bewertungen)

Und wieder was neues aus dem Land, welches einen schier unerschöpflichen Vorrat an qualitativ hochwertigen Bands zu haben scheint, dem Land, in dem die Bewohner die Musikalität entweder mit Löffeln gefressen haben oder aber gleich mit dem Trinkwasser aufnehmen: Finnland. CRYSTALIC haben schon einige Jährchen auf dem Buckel (Gründung 1998) – mit ihrem Debüt „Watch Us Deteriorate“ starten sie allerdings erst jetzt, nach drei Demos, den ersten Full-Length Albenangriff auf die Metalwelt.

Aufmerksam geworden bin ich auf die Formation durch einen finnischen Onlineradiosender, der in schöner Regelmäßigkeit den Ohrwurm „Severe Punishment“ spielte, welcher natürlich auch auf dem aktuellen Album vertreten ist. Als sich mir dann die Möglichkeit bot, das gesamte Album dieser Band zu reviewen, sagt ich natürlich nicht nein, war ich doch schon gespannt, ob „Watch Us Deteriorate“ noch mehr solcher Kracher zu bieten hätte. Um es vorweg zu nehmen: Ja, hat es! Die Finnen können, wie bereits erwähnt, auf eine beinahe 10 jährige Bandgeschichte zurückblicken. Hatte man sich anfangs noch eher dem Dark Metal verschrieben, schlug man mit der Zeit (glücklicherweise) immer mehr den technisch progressiven Death Metal Weg ein. Nachdem man sich im Laufe der Zeit zweimal auf Drummersuche begeben musste und eifrig nach einem Plattenlabel Ausschau hielt, lösten sich diese Probleme endlich 2005, als Matti Johansson (jetzt KORPIKLAANI) die Band verließ und man mit Timo Hanhijoki einen neuen fähigen Drummer fand sowie obendrein gegen Ende des Jahres auch endlich einen Plattenvertrag mit dem französischen Label Thundering/ Manitou Records einheimsen konnte. Warum dies bei einer solchen Band nicht schon viel früher hingehauen hat, bleibt wohl, wie bei einigen anderen Truppen, ein ungelöstes Rätsel.

Geboten wird Progressiver (Melo)Death Metal, der irgendwo zwischen skandinavischem (Hallo Göteborg!) und technisch komplexerem amerikanischen Death Metal anzusiedeln ist. Kein Wunder, werden doch Bands wie DEATH, CONTROL DENIED oder NEVERMORE als Einflüsse angegeben. Unabhängig vom deathigen Gerüst bleiben CRYSTALIC stets hoch melodisch und gerade die Gitarrenfraktion liefert formidable Arbeit ab (Soli!). So schade es auch ist, dass die Band erst nach so langer Zeit ein ganzes Album am Start hat, so gut hat sich eben diese Tatsache vielleicht auf die Stücke ausgewirkt. Es wirkt alles recht ausgereift und „erwachsen“. Gut Ding will eben Weile haben. An der Produktion selbst lässt sich auch nichts schlechtes finden, wurde der Silberling doch in den renommierten Finnvox Studios gemastert. Eine Kritik am Rande würde mir zum Coverartwork in den Sinn kommen, welches von seiner Aufmachung her – recht uninteressant und uninspiriert – in einem ziemlichen Gegensatz zur Musik steht. Aber wie heißt es doch immer so schön: Es kommt doch auf die inneren Werte an und die wissen im Falle von CRYSTALIC auf jeden Fall zu überzeugen. Auch wenn das Vergnügen nach viel zu knappen 40 Minuten schon wieder vorbei ist.

Das gewisse Etwas fehlt mir allerdings dennoch, um aus „Watch Us Deteriorate“ ein absolutes Kracheralbum zu machen. Weit entfernt davon sind die Jungs sicherlich nicht mehr und da dies erst das Debüt ist, werden wir von den Finnen hoffentlich noch einiges hören. Am Talent der Musiker und interessanten Ideen und Ansätzen soll es jedenfalls nicht scheitern – die sind jetzt schon da. Zusammenfassend also: Ein melodisch technisches Death Metal Album, das nicht in die übliche „Melo Death aus Finnland“-Kerbe schlägt und sicherlich nicht schlagen muss, um damit begeisterte Anhänger zu finden. Also: Seltsames Coverartwork ignorieren, reinhören und Spaß haben!

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