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CRYSTALLION - Hattin

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Artist CRYSTALLION
Title Hattin
Homepage CRYSTALLION
Label DOCKYARD 1
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

Da sind sie wieder. Eine DER deutschen Hoffnungen in Sachen melodischer Power Metal holt zum zweiten Schlag aus. Ihr Debüt „A Dark Enchanted Crystal Night“ aus dem Jahr 2006 bescherte den Oberbayern einiges an Respekt aus dem Lager der „traditionellen“ Metal-Acts wie HELLOWEEN oder GAMMA RAY – zu Recht. Bei Betrachtung des Zweitlings „Hattin“ merkt man sehr schnell, dass diese Lobeshymnen nicht vorschnell waren. Widmete man sich auf dem Debüt noch den Templern, wird heute erneut das Geschichtsbuch aufgeschlagen und der Hörer ans Ende des 12. Jahrhunderts geschickt. Hauptmotiv ist, wie es der Name schon verrät, die Schlacht von Hattin, die sich am 4. Juli 1187 zugetragen haben soll. Ein Clash der Kulturen sozusagen, denn es trafen (mal wieder) Christen auf Mulsime. Glücklichweise erzählen CRYSTALLION die Story aus beiden Perspektiven, aus Sicht der Christen UND der siegeichen Muslime unter ihrem Anführer Saladin. Zwar konnten sich die Kreuzfahrer noch 100 Jahre im Nahen Osten halten, doch das Königreich Jerusalem war schließlich verloren. Soviel zur Story…

Musikalisch fangen CRYSTALLION dort an, wo sie uns bei „A Dark Enchanted Crystal Night“ entlassen haben. Ein wirklich hübsches Intro, gefolgt von krachenden Gitarren, hämmernden Double-Bass-Attacken, die man schon fast als Dauerfeuer bezeichnen kann und Thomas Strüblers ausgezeichneter Stimme, die mich erneut an Kai Hansen (GAMMA RAY) erinnert. Aber dafür kann der gute Mann nichts und das ist auch eher Lob als Tadel. Während der erste Teil der Scheibe noch recht durchwachsen durch die Meere schippert und bis auf wunderschöne Soli nur leichten Wellengang bietet, setzt ab „The Battle – Onward“ der Sturm mächtig ein. Zwar kommt der relativ simple Refrain erst gegen Ende richtig zur Geltung, als nämlich Thomas endlich mal Gas gibt und sein mächtiges Stimmorgan giftiger einzusetzen vermag. Diese neu gewonnene Energie zieht sich dann aber bis zum Ende hin. Abwechslungsreicher, unterhaltsamer und spannender als alles Vorherige präsentieren sich CRYSTALLION von nun an. Fette Keyboard-Schwaden („The Battle – Saracen Ascension“) befallen das Heilige Land, bevor die Schlacht unbarmherzig seine Opfer sucht und findet. Das Highlight kommt bei „Hattin“ ganz zum Schluss: „Preach With An Iron Tongue“. Ein ruhiger, gefühlvoller, mit Akustikgitarre intonierter Beginn berichtet über das Ende des Kampfes, über Opfer, über Rache bevor Thomas’ Schrei die Ruhe zum Schweigen bringt und mit fetten Gitarren sowie prächtigen Keyboards NIGHTWISH-Like Resümee zieht. Endlich entfalten sich alle Instrumente zu reiner Schönheit, der Kopf kann einfach nicht mehr stillhalten. Gewitter ziehen auf, Blitz und Donner brechen herein, doch es wird im Anschluss nicht sinnlos draufgeholzt. Die Jungs halten die Zügel fest in der Hand und marschieren mit einer astreinen Hymne, erhobenen Hauptes aus der Schlacht. Ich habe heute was gelernt: „Hattin, it has shown us, what blindet hate can bring“! Sagt es der Thomas und entlässt den begeisterten Fan aus diesem über zehnminütigen Ritt.

Fazit: Nach dem Lauschen der ersten Hälfte stellte sich bei mir eine leichte Enttäuschung ein. Zu monoton der Gesang, die immergleichen Double-Bass-Attacken – gähn! Aber inmitten dieser leichten Depression plötzlich der Startschuss zu großen Taten, zu epischen Schlachten, zu ausufernden Hymnen, die manch großen Hasen der Zunft zum Nachdenken anrege sollten. Wenn sie diesen Weg weiter begehen, werden CRYSTALLION eine uneinholbare Macht!

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