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CULCHA CANDELA - Top Ten

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Artist CULCHA CANDELA
Title Top Ten
Homepage CULCHA CANDELA
Label CULCHA SOUNDS
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Am kommenden Wochenende wäre eigentlich das Hurricane Festival, bei dem CULCHA CANDELA mit ihrem neuen Album „Top Ten“ vermutlich einen schweißtreibenden Slot gehabt hätten, wenn nicht dieses ätzende Virus die ganze Welt auf den Kopf gestellt hätte. Ein Thema, mit dem sich die Berliner Reggae-, Dancehall-, und HipHop-Band übrigens kräftig in die Nesseln gesetzt hat. So wurde die Gefahr von COVID-19 auf dem offiziellen Twitter-Kanal verharmlost, was zu einem gewaltigen Shitstorm und empörten Fans führte. Via Tweet haben sich CULCHA CANDELA am Ende jedoch entschuldigt und wir hoffen mal, dass angesichts einen ‚Auftrittsverbots‘ einfach die Emotionen außer Kontrolle geraten sind und kehren zum jüngsten Studio-Output zurück.

„Top Ten“ haben Mateo, DJ Chino, Don Cali und Johnny Strange ihren zehnten Silberling genannt. Der Opener „Rhythmus wie ein Tänzer“ (feat. DJ ANTOINE & JULIE BROWN) lässt für einen Moment vermuten, dass hier womöglich Top-Ten-Hits anderer Künstler verwurstet werden, doch es bleibt bei der Verwendung des legendären SNAP!-Eurodance-Hits „Rhythm Is A Dancer“, der eine dezente Dancehall-Färbung und einen deutschsprachigen Text erhalten hat. Das nachfolgende „Ratatang“ bringt Latino-Klänge an die Spree, wo vermutlich auch die Möchtegern-Gangsta in ihren aufgemotzten Karren die Straßen Neuköllns mit der HipHop-Nummer „SSDF“ (feat. CES) beschallen, bevor „Real Life“ im digitalen Konsumrausch um Liebe bettelt. „Hope“ (feat. BOVANN) übernimmt mir temperamentvollen Reggae-Sounds, während „Für Imma“ (feat. NIQU) als poppige Liebes-Hymne daherkommt. „Leb jetzt“ heißt die Rap-Aufforderung in der Folge, bevor CULCHA CANDELA mit „Erst der Anfang“ die bisher 19 Jahre ihrer Bandgeschichte Revue passieren lassen. „Randale“ lädt derweil auf die Dancehall-Tanzfläche, ehe „Quiereme Ahora“ (spanisch für: ‚lieb mich jetzt‘) für einen rhythmusbetonten, südländischen Ausklang sorgt.

Die Album-Top-Ten konnten CULCHA CANDELA mit „Top Ten“ in den ersten Wochen nach Erscheinen der Platte noch nicht erklimmen. Vielleicht sind die Fans doch nachtragender als gedacht. Vielleicht braucht diese Musik aber auch einfach das Live-Gefühl, das wir alle sehr schmerzlich vermissen. Ja, nach mehr als fünf Millionen verkauften Tonträgern, knapp 35 Edelmetall-Awards und mehr als 1.500 Live-Shows haben sich CULCHA CANDELA mit „Top Ten“ nicht neu erfunden, aber sie liefern solide Genre-Kost ab und irgendwann gibt es auch wieder hemmungslose Live-Konzerte, auf denen die Band gemeinsam mit ihrer Anhängerschaft kollektiv eskalieren kann.

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